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26.07.2012

17:07 Uhr

Ölkonzerne

Exxon Mobil übertrumpft die Konkurrenz

Der Energiegigant trotzt den gefallenen Rohölpreisen. Der Marktführer baut seine Vormachtstellung aus und meldet im zweiten Quartal einen Gewinnsprung von 49 Prozent. Konkurrent Shell ringt dagegen mit Problemen.

Der Ölkonzern Exxon fährt ein sattes ein Gewinnplus ein. ap

Der Ölkonzern Exxon fährt ein sattes ein Gewinnplus ein.

LondonDer Ölriese Exxon Mobil stellt die Konkurrenz in den Schatten. Trotz des gesunkenen Ölpreises glänzte der Marktführer im zweiten Quartal mit einem Gewinnsprung von 49 Prozent auf 15,9 Milliarden Dollar. Ein Großteil zum Überschuss trug allerdings der Verkauf eines Anteils am Japan-Geschäft an das japanische Unternehmen TonenGeneral in Höhe von rund 3,9 Milliarden Dollar bei.

Exxons Wettbewerbern machten die geringeren Preise für Öl und Gas mehr zu schaffen. Die Nummer zwei der Branche, die niederländisch-britische Royal Dutch Shell, verzeichnete ein Gewinnminus vor Sonderposten von knapp 14 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.

Bei der ausschließlichen Betrachtung der Öl- und Gasförderung lief es auch für den texanischen Exxon-Konzern nicht ganz so rund. Diese gab von April bis Juni um 5,6 Prozent nach. Dies trieb den Aktienkurs wohl auch vorbörslich um 1,2 Prozent ins Minus. Für Shell ging es in London noch deutlicher abwärts. Das Papier fiel um 2,7 Prozent.

Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent lag im zweiten Quartal im Schnitt bei 109 Dollar. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht dies einem Minus von neun Dollar, zum Vorjahreszeitraum sind es acht Dollar weniger.

Shell litt im zweiten Quartal vor allem unter den hohen Wartungs- und Stilllegungskosten für Aktivitäten im Golf von Mexiko. Nach nur einer Woche musste der Konzern eine Raffinerie in Texas wegen massiver Korrosionsschäden wieder schließen. Shell-Chef Peter Voser zufolge soll die Anlage bis 2013 wieder an den Start gehen.

Zudem haben Konkurrenten aus Asien dem Unternehmen jüngst zugesetzt. So zog sich Shell aus dem Rennen um eine Übernahme von Cove Energy aus Angst vor zu hohen Kosten zurück. Nun macht das thailändische PTT-Unternehmen das Geschäft.

Ausländische Energiekonzerne in Libyen

Ausländische Energiekonzerne in Libyen

Die tägliche Ölproduktion ausländischer Energiekonzerne in Libyen.

ENI

Der italienische Konzern förderte 2009 täglich rund 105.000 Barrel Rohöl.

Wintershall

Die Produktion der BASF-Tochter Wintershall lag bei 100.000 Barrel pro Tag.

Total

Die Fördermenge des französischen Ölkonzerns betrug rund 60.000 Barrel.

Conoco Phillips

Der US-Konzern Conoco Phillips förderte täglich 45.000 Barrel.

Repsol

Bei Repsol aus Spanien waren es noch 35.000 Barrel.

Hess

Hess (USA) förderte knapp über 20.000 Barrel.

Suncor

Die Produktionsmenge von Suncor aus Kanada lag 2009 bei rund 15.000 Barrel pro Tag.

Occidental

Auf den selben Wert von täglich 15.000 Barrel kommt Occidental aus den USA.

(Stand 2009, Quelle: Evaluate Energy)

Nicht ganz so drastisch sieht die Lage bei der norwegischen Statoil aus, einem der größten deutschen Gaslieferanten. Weil das Unternehmen seine Förderung um ein Drittel nach oben schraubte, fiel der Gewinnrückgang mit 2 Prozent moderat aus. Statoil verdiente unterm Strich 26,6 Milliarden Kronen (3,6 Mrd Euro). Norwegen deckt 27 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs und ist der zweitwichtigste Lieferant nach Russland.

Während die meisten kleineren europäischen Wettbewerber mit ihren Zahlen enttäuschten, kam von Repsol ein Lichtblick. Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 481 Millionen Euro. Damit lagen die Spanier über den Erwartungen von Analysten. Die stärkere Förderung in Libyen, die nach dem Bürgerkrieg wieder anzog, machte die Verluste durch den erzwungenen Ausstieg aus Argentinien wett. Dort musste Repsol seinen Anteil an YPF an die Regierung abtreten. Die Aktie gewann 3,7 Prozent.

Statoil und BG Group verpassten hingegen die Erwartungen. Zwar stieg der Betriebsgewinn des staatlich kontrollierten norwegischen Statoil-Konzerns um fünf Prozent auf 7,52 Milliarden Dollar. Doch wegen höherer Produktionskosten und niedrigerer Preise blieben die Norweger hinter der Prognose von Fachleuten zurück. Die Aktie legte trotzdem um 2,2 Prozent zu.

Der Gewinn auf vergleichbarer Basis der britischen Ölfirma BG Group ging um vier Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar zurück. Nach anfänglichen Verlusten stieg die Aktie in einem positiven Marktumfeld nach Äußerungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi um rund ein Prozent.

Kommentare (5)

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fundy21

26.07.2012, 16:53 Uhr

Die franco/angelsächsischen Ölkonzerne sind die Ketten des deutschen Volkes. Lasst sie uns zerstören durch Innovationen.

Thomas

26.07.2012, 17:19 Uhr

Was meinen Sie mit inovationen ?
Das Was wir unter EE verstehen ?
Das scheint mir doch nicht so Inovatiev zu sein...
Siehe hier
Windräder produzieren Atommüll! Greenpeace muss eingreifen
Da das radioaktive Thorium derzeit nicht verwendet wird, häuft es sich rund um die chinesischen Minen, aus denen derzeit 97% der Weltproduktion an Neodym stammt, in riesigen Mengen unter freiem Himmel an: allein rund um den „See der seltenen Erden“ (40.632324, 109.685440), einem riesigen Auffangbecken für die wässrigen Abfallprodukte des Abbaus nahe der mongolischen Stadt Baotou, lagern bereits jetzt ca. 90.000 Tonnen Thorium. Chinesische Blogger berichten, dass Seltene Erden nicht nur in den bekannten Minen um Bayan Obo und Baotou, sondern in großem Stil und illegal in etwa 4.000 Abbaustätten rund um Ganzhou der Provinz Jiangxi abgebaut wird. Aus Bayan Obu stammt etwa die Hälfte des in China produzierten Neodyms. Hinzu kommt, dass die Arbeitsbedingungen in den Minen größtenteils katastrophal, d.h. gefährlich und extrem gesundheitsschädigend sind.
http://tinyurl.com/6t4cc76

Da bleib ich dann doch lieber bei meiner ÖL Heizung.

Ausserdem ist Öl nicht wirklich knapp...
Ölvorräte für 200 Jahre in einer einzigen Schieferformation
Die Green-River-Formation – eine Ansammlung einer über 1000 Fuß [ca. 300 m] dicken Schicht aus Sedimentgestein, die unter Teilen von Colorado, Utah und Wyoming liegt – enthält die größten Vorräte an Schieferöl weltweit. Es wird geschätzt, dass die Green River Formation etwa 3 Billionen Barrel Öl enthält. Im Mittelpunkt dieser Schätzung steht, dass etwa die Hälfte davon förderbar ist. Diese Menge ist in etwa genauso groß wie die gesamten nachgewiesenen Ölvorräte der Erde.
Siehe http://tinyurl.com/cxsvply

Geht nun Jemand das Messer im Sack auf ?!

itstk

26.07.2012, 17:37 Uhr

@Thomas
"Ausserdem ist Öl nicht wirklich knapp...
Ölvorräte für 200 Jahre in einer einzigen Schieferformation"

Haben Sie sich mal informiert, unter welchen Bedingungen die Ölförderung aus Ölschiefer wirtschaftlich wird?

In Kanada wird Ölschiefer bereits heute im Tagebau gefördert. War für mich ein Grund, meine Zielsuche dort ein klitzekleines Bißchen zu "verfeinern"...

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