Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.04.2011

18:49 Uhr

Ölriese BP

Entschädigung an Ölpest-Opfer fließt spärlich

20 Milliarden Dollar umfasst der Kompensationsfonds vom britischen Ölriesen BP für die Opfer der Ölpest im Golf von Mexiko. Doch bisher floss das Geld an die betroffenen Menschen nur spärlich.

Ein Jahr nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat BP erste Entschädigungen an die Opfer geleistet. Quelle: dpa

Ein Jahr nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat BP erste Entschädigungen an die Opfer geleistet.

WashingtonEin Jahr nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko sind erst 3,8 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) an Entschädigungen ausgezahlt worden. Damit wurde der vom britischen Ölriesen BP eingerichtete und vom US-Regierungsbeauftragten Kenneth Feinberg verwaltete 20-Milliarden-Dollar-Kompensationsfonds bisher nur spärlich angezapft.

Am 20. April 2010 war die von BP geleaste Ölplattform "Deepwater Horizon" rund 80 Kilometer vor der US-Küste explodiert, elf Menschen kamen ums Leben. Danach flossen rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Wasser. Erst im Juli konnte das Leck in 1500 Meter Tiefe zunächst provisorisch abgedichtet werden, zwei Monate später wurde die Quelle dauerhaft versiegelt.

Bis zum vergangenen Montag wurden rund 857.000 Entschädigungsanträge von mehr als 500.000 Unternehmen und Privatpersonen eingereicht, berichtete der Sender CNN am Dienstag unter Berufung auf offizielle Angaben der Feinberg-Verwaltung. Etwa 300.000 Anträgen sei stattgegeben worden. Entschädigungen aus dem Fonds werden noch bis zum 23. August 2013 gezahlt.

Trotz der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko war eine Einstellung von Tiefseebohrungen für den britischen Ölkonzern BP nach Darstellung des Verwaltungsratsvorsitzenden Carl-Henric Svanberg zu keinem Zeitpunkt eine Option. Ein entsprechender Stopp "erscheint nicht als eine logische Schlussfolgerung, weil bereits 50.000 Löcher in den Golf von Mexiko gebohrt worden sind und dabei zum ersten Mal etwas schief gelaufen war", sagte Svanberg in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der schwedischen Tageszeitung "Svenska Dagbladet."

BP müsse sich nun besonderes Augenmerk auf die Sicherheit legen, erklärte Svanberg. "Es ist wie bei einer Fluglinie. Wenn man einmal einen Unfall hatte, darf man sich keinen weiteren mehr leisten, sondern muss sich fortan auf strenge Sicherheitsvorkehrungen konzentrieren. Aber dieser Industriezweig bringt immer Risiken mit sich", sagte er.

Demnach hat sich BP derzeit der Hälfte der Forderungen der von der Umweltkatastrophe betroffenen Bewohnern am Golf von Mexiko angenommen. Dort hatten zahlreiche Fischer und Tourismusunternehmer ihre Arbeit verloren, Besucher blieben der Region fern.

Svanberg reagierte auch auf Kritik, wonach sein Krisenmanagement nach der Ölkatastrophe zu zögerlich gewesen sei. Er habe mit "Akteuren, Botschaftern, Brüssel, und BP-Vorstandsmitgliedern sowie Menschen im Golf von Mexiko gesprochen", erklärte er.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×