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20.11.2015

14:33 Uhr

Oerlikon

Schweizer Anlagenbauer stößt Sparte an Atlas Copco ab

Oerlikon trennt sich von der nächsten Sparte: Das Schweizer Unternehmen stößt seine Sparte Leybold Vacuum an Atlas Copco ab. Den Erlös will der Konzern in den Ausbau des Kerngeschäfts investieren.

Die Branche, in der auch die deutsche Pfeiffer Vacuum ein wichtiger Anbieter ist, geht durch eine Konsolidierung.

Vakuumgeschäft

Die Branche, in der auch die deutsche Pfeiffer Vacuum ein wichtiger Anbieter ist, geht durch eine Konsolidierung.

ZürichMit dem größten Bereichsverkauf seit drei Jahren treibt der Anlagenbauer Oerlikon seinen Konzernumbau weiter voran. Das Schweizer Unternehmen stößt seine Sparte Leybold Vacuum an Atlas Copco ab. Der schwedische Hersteller von Werkzeugen und Maschinen für die Bau- und Minenindustrie bezahlt dafür 525 Millionen Franken, wie Oerlikon am Freitag mitteilte. Analysten sprachen von einem überraschend hohen Preis, die Oerlikon-Aktie kletterte um sieben Prozent. Die Transaktion soll bis Mitte 2016 abgeschlossen werden. Den Erlös will der vom Oligarchen Viktor Vekselberg kontrollierte Konzern in den Ausbau des Kerngeschäfts investieren, weitere Zukäufe sind möglich.

Die Pumpen von Leybold Vacuum werden in Kühlschränken, Reinräumen oder der Automobil- und Stahlindustrie eingesetzt. Das Geschäft mit Sitz in Köln erwirtschaftet mit rund 1650 Mitarbeitern einen Umsatz von 390 Millionen Franken.

KeplerCheuvreux-Analyst Hans-Joachim Heimbürger zufolge fehlte Oerlikon in dem Geschäft mit einem Marktanteil von zehn bis 15 Prozent die kritische Größe. Die Branche, in der auch die deutsche Pfeiffer Vacuum ein wichtiger Anbieter ist, geht durch eine Konsolidierung. Im Vorjahr kaufte Atlas Copco die britische Edwards und stieß mit dieser Transaktion ins Vakuumgeschäft vor.

Oerlikon hat in den letzten fünf Jahren 13 Geschäfte gekauft oder verkauft. Das Traditionsunternehmen setzt vor allem auf die Oberflächentechnolologie, die etwa bei Turbinen eingesetzt wird, sowie auf Produktionsanlagen für Chemiefasern, aus denen Kleider oder auch Fußball-Kunstrasen bestehen. KeplerCheuvreux zufolge ist Oerlikon mit dem Verkaufserlös, den bestehenden flüssigen Mitteln und zusätzlichen Schulden in der Lage, 1,4 Milliarden Franken für Zukäufe auszugeben. Der dritte noch verbleibende Oerlikon-Bereich Getriebe dürfte nach Einschätzung der Analysten von SafraSarasin zum Verkauf stehen.

Von

rtr

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