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02.02.2005

09:50 Uhr

Österreicher profitiert vom Trend zur Opulenz

Swarovski setzt auf Design statt Nippes

VonStefanie Bilen (Hamburg)

Das Unternehmen lässt keinen Feiertag aus, um auf seine Geschenkideen hinzuweisen. Zum Valentinstag Mitte Februar hat Swarovski beispielsweise einen bunten Strauss kleiner Präsente im Angebot: immerwährende Blumensträuße, Herzchenanhänger, Kerzenständer.

HB HAMBURG. Allesamt aus Kristall – und kaum etwas günstiger als 50 Euro. Das Geschäft läuft gut für das österreichische Kristallunternehmen. Rund 1 300 Läden und Kaufhausshops unterhält Swarovski – und es vergeht keine Woche, in der nicht ein neuer hinzukommt. Vergangenes Jahr hat die Firma mit dem Schwan im Logo 1,7 Mrd. Euro umgesetzt – bei den Kristallgeschenkchen lag das Plus bei 20 Prozent.

Der Familienkonzern aus Wattens in Tirol profitiert von seinem Imagewandel. Noch vor einigen Jahren stand die Marke Swarovski für possierliche Glasbärchen und kitschige Kristallmäuse zum Sammeln. Nippes für den Wandschrank, von guter Qualität und hoch im Preis. Seit Nadja Swarovski, Ururenkelin des Gründers Daniel und eine der zahlreichen Familienmitglieder im Konzern, 1995 ins Unternehmen gekommen ist, hat sich das geändert. Die in den USA ausgebildete Kommunikationsmanagerin sorgte dafür, dass die Glasschleifer nicht nur mit Kitsch, sondern auch mit Couture assoziiert werden. Sie hat Stardesigner wie Alexander McQueen dafür gewinnen können, die Kristalle in ihre Modeentwürfe zu integrieren.

Seitdem haben sich viele internationale Labels dem Glitzertrend angeschlossen: Versace, Dolce & Gabbana, Chanel oder Roberto Cavalli. Selbst Szenelabels wie der Jeanshersteller „Seven for all mankind“ arbeiten mit Kristallsteinchen aus dem Hause Swarovski. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung spricht schon von einer Swarovskisierung der Mode.

„Das Unternehmen profitiert vom langfristigen Trend zur Opulenz in der Mode“, sagt Peter Littmann, Geschäftsführer der Marketingagentur Brandinsider und ehemaliger Boss-Vorstandschef. „Swarovski hat es geschafft, aus einem langweiligen Produkt eine interessante Sache zu machen.“ Weitere Gründe für den Erfolg sind die Alleinstellung und der hohe Qualitätsanspruch. Ausgewählte Schmuckstücke gehen für mehrere Tausend Euro über den Ladentisch.

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