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27.11.2012

16:51 Uhr

Österreichs Wirtschaftsminister

Magna profitiert von Eurofighter-Deal

Aufträge im Volumen von 350 Millionen Euro habe Magna durch die Eurofighter-Bestellung von Österreich erhalten, so Wirtschaftsminister Mitterlehner. Damit widerspricht er einer Aussage des Magna-Gründers Frank Stronach.

Zwei Eurofighter über Innsbruck in Österreich. dpa

Zwei Eurofighter über Innsbruck in Österreich.

WienDer kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna profitiert nach Regierungsangaben in großem Umfang von Gegengeschäften im Zuge von Österreichs Eurofighter-Bestellung. Im Gegenzug für die 1,7 Milliarden Euro teure Lieferung von 15 EADS -Kampfjets an die Republik habe Magna Aufträge im Volumen von 350 Millionen Euro erhalten, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Dienstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge. "Gegenschäfte an sich sind nichts Irrationales, nur sollte man auch dazu stehen", sagte Mitterlehner laut APA.

Zuvor hatte Magna-Gründer Frank Stronach, der in Österreich eine Politiker-Karriere anstrebt, erklärt, der Konzern habe nicht von den Gegengeschäften profitiert. Eine Magna-Sprecherin erklärte hingegen am Dienstag: "Magna bestreitet nicht, dass Gegengeschäfte stattgefunden haben, und hat dies auch in den vergangenen Tagen nicht getan."

Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Reuters

Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Beim Kauf der Kampfjets hat die Republik Österreich mit EADS einen Gegendeal vereinbart: Im Zeitraum von 15 Jahren müssen österreichische Unternehmen Aufträge erhalten, deren Volumen mehr als doppelt so groß ist wie der Eurofighter-Kauf. Bei einem Kaufpreis von 1,7 Milliarden sind das 3,5 Milliarden. Die Gegenaufträge können dabei entweder von EADS und seinen Zulieferern direkt stammen, oder von dem Luft- und Raumfahrtkonzern lediglich vermittelt werden. Ob ein Auftrag als Gegengeschäft gilt oder nicht, entscheidet eine Kommission, der auch das Wirtschaftsministerium angehört.

Zuletzt waren sowohl der Eurofighter-Kauf selbst als auch die Gegengeschäfte wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen und Scheingeschäfte in die Schlagzeilen gekommen. Nun ermitteln die Staatsanwaltschaften in Wien und München.

Magna wollte sich in den vergangenen Tagen nicht zu den Gegengeschäften äußern und war am Dienstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.



Von

rtr

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