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10.09.2012

15:29 Uhr

Oliver Burkhard

Gewerkschaftsboss strebt in Thyssen-Krupp-Vorstand

Aufstieg eines Gewerkschafts-Karrieristen: Oliver Burkhard, bislang Chef der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Posten des Arbeitsdirektors im Vorstand von ThyssenKrupp.

Oliver Burkhard. dpa

Oliver Burkhard.

DüsseldorfDer nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Oliver Burkhard will als Arbeitsdirektor in den Thyssen-Krupp-Vorstand. Die Gewerkschaft teilte am Montag mit, den 40-Jährigen als Nachfolger von Ralph Labonte vorgeschlagen zu haben.

Labonte wird aus gesundheitlichen Gründen Ende des Monats nach neun Jahren vorzeitig seinen Vertrag beenden, wie Thyssen-Krupp bestätigte. Daher sei nun ein Auswahlprozess gestartet worden. Burkhard gehöre zu den Kandidaten. IG Metall-Chef Berthold Huber sei bereits gebeten worden, den Betriebswirtschaftler freizugeben, sollte der Aufsichtsrat am 21. November Burkhard als neuen Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied berufen.

„Die IG Metall und die Arbeitnehmervertreter sind überzeugt, mit Oliver Burkhard eine Person gefunden zu haben, die auch bei schwierigen Herausforderungen für faire Lösungen im Interesse der Beschäftigten steht“, sagte Detlef Wetzel, zweiter Vorsitzender der IG Metall.

Burkhard ist als einer der jüngsten Bezirksleiter in Deutschland seit Ende 2007 Chef der IG Metall in Nordrhein-Westfalen und sitzt unter anderem im Aufsichtsrat der Thyssen-Krupp-Aufzugstochter. Er gilt als durchsetzungstarker Gewerkschafter mit Verhandlungsgeschick, der stets in Anzug und Krawatte gekleidet mit dem Image des hemdsärmligen Arbeitnehmervertreters aufräumte. 2008 setzte Burkhard als Verhandlungsführer für die Stahlarbeiter mit einer Erhöhung der Gehälter um 5,2 Prozent den höchsten Tarifabschluss seit Jahren durch. „Mehr muss her und zwar schnell“, war seine Devise.

Thyssen-Krupp ist durch hohe Verluste im US-Stahlgeschäft in schwieriges Fahrwasser geraten und kämpft auch in Europa mit sinkenden Bestellmengen. Seit August sind in Nordrhein-Westfalen und im Siegerland knapp 2.200 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Nachwuchs

10.09.2012, 18:54 Uhr

Will er Nachfolger von Hr. Hartz werden, d.h. Mehr Armut und mehr Minijobber zum Hungerlohn??

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