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19.03.2013

18:15 Uhr

Opel Bochum

Abstimmung über Sanierungsplan

Die Opelaner in Bochum stimmen am Donnerstag über einen Sanierungsplan ab. Der Plan, nach 2016 in Bochum keine Autos mehr zu fertigen, stößt auf Gegenwehr der Gewerkschaften.

Betriebsratschef Rainer Einenkel will wohl gegen den Sanierungsplan stimmen. dapd

Betriebsratschef Rainer Einenkel will wohl gegen den Sanierungsplan stimmen.

Bochum/DüsseldorfIm Bochumer Opel-Werk sollen die Mitglieder der IG Metall am Donnerstag über den Sanierungsplan für den angeschlagenen Autobauer abstimmen. Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag in Düsseldorf mit. Voraussichtlich am Mittwoch sollen die Bochumer Beschäftigten über die Ergebnisse der zusätzlichen Verhandlungen über die Zukunft ihres Werks informiert werden. Einen Tag später sei dann ein Mitgliederentscheid im Rahmen von zwei Betriebsversammlungen geplant.

Opel will nach 2016 in Bochum keine Autos mehr bauen, aber noch rund 1200 Arbeitsplätze dort halten. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel will nach einem Bericht der „WAZ“ (Mittwoch) gegen die Annahme stimmen. Die IG Metall-Mitglieder an den drei Opel-Standorten Rüsselsheim, Kaiserslautern und Dudenhofen hatten den Tarifvertrag bereits mit großer Mehrheit angenommen.

Opel in Bochum

1962

Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

1967

Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

1979

Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20 000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

1991

Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

2004

Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10 000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

2005

Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

80er und 90er Jahre

Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15 000 und 17 000.

2009

GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55 000 Stellen sollen wegfallen.

2011

Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

2012

Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

2013

Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

Von

dpa

Kommentare (1)

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NorbertSpittka

22.03.2013, 12:04 Uhr

Mein Leserbeitrag im Handelsblatt v. 20.3.2013
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/opel-bochum-abstimmung-ueber-sanierungsplan/7954982.html

Welchen Grund gab es, diesen nicht zu veröffentlichen?

Mit freundlichem Gruß
Norbert Spittka
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Eine Zustimmung der Bochumer Opelaner würde bedeuten, dass die Arbeiter keine Lohnerhöhungen, weniger Werksrente, Arbeitslosengeld und Abfindung bekommen, obwohl sie die letzten Jahre immer Verzicht geübt haben.
Ohne den Lohnverzicht der letzten Jahre hätte jeder Opelaner mehrere hundert Euro mehr Jahres Brutto! Alleine die Abfindung würde einige Tausend Euro weniger bedeuten, wenn Opel die letzte Abfindungsformel zugrunde legen würde.
Und dem soll die Belegschaft zustimmen, obwohl es keinerlei Garantien über eine mögliche Weiterbeschäftigung gibt? Wie kann die IGM so ein Vertrauensbruch begehen und die Belegschaft in diese prekäre Lage bringen?
Ich hoffe, dass die Bochumer Opel Belegschaft nicht zustimmt und damit ein Zeichen für alle anderen Arbeitnehmer setzt, die glauben, durch Lohnverzicht ihren Arbeitsplatz retten zu können!
Diese Verzichtsorgie muss ein Ende finden, schon alleine dadurch, dass man der Jugend keine verbrannte Erde hinterlässt!

Die Opelaner sollten sich der Ablehnung wert sein!!!

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