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21.12.2014

12:50 Uhr

Opel-Chef verschickt Brand-Brief

„Ich bin enttäuscht über das Niveau des Engagements"

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist alles andere als zufrieden mit seinen Managern. Laut Medienbericht findet er in einem Brief deutliche Worte: „Das ist nicht das, was ich von meinen 300 Top-Führungskräften erwarte.“

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann lässt kein gutes Haar an seinen Führungskräften. ap

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann lässt kein gutes Haar an seinen Führungskräften.

FrankfurtOpel-Chef Karl-Thomas Neumann hat einem Zeitungsbericht zufolge die Top-Manager des Autokonzerns zu mehr Einsatz aufgerufen. „Wir sehen starke Gegenwinde für 2015!“, zitierte die „Bild“ aus einem Brief des Opel-Chefs an 300 Führungskräfte. „Unser nächster Schritt 'Profitabilität 2016' ist bei weitem nicht gesichert.“ Die Konzernmutter GM hatte das Ziel ausgegeben, Opel nach zehnjähriger Durststrecke 2016 endlich wieder in die Gewinnzone führen.

„Ich bin tief enttäuscht über das Gesamtniveau des Engagements“, zitierte die Zeitung aus dem Brief. „Das ist nicht das, was ich von meinen 300 Top-Führungskräften erwarte.“ Ein Opel-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Den Brief hat Neumann laut „Bild“ nach einem Treffen der Manager vor wenigen Wochen geschrieben. Diese hätten sich einfach zurückgelehnt und die Show genossen, zitierte die Zeitung aus dem in Englisch verfassten Schreiben des Opel-Chefs. „Ich habe das Gefühl, dass viele unserer Führungskräfte das Managen von Projekten als ihre Hauptaufgabe sehen statt das Führen von Menschen.“

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Sich dafür entschieden, einen Brief an seine Führungskräfte zu schreiben, hatte sich Neumann laut „Bild“ nach einer Tagung der Führungskräfte. Dort hatte er per Umfrage um Rückmeldung zu der Veranstaltung gebeten. Doch zurück kam nur wenig. Nur 120 der 300 Teilnehmer machten bei der Bewertung mit – für Neumann zu wenig. „Deshalb habe ich mich entschieden, Ihnen diesen persönlichen Brief zu schreiben. Diese schwache Rückmeldung ist nicht akzeptabel“ schrieb Neumann laut „Bild“.

Kommentare (3)

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Herr wulff baer

22.12.2014, 09:49 Uhr

Das enttäuschende Niveau des Engagements korreliert mit den Produkten dieser US-Firma.

Herr Günter Heini

22.12.2014, 10:31 Uhr

Der Mann hat Mut. Oder fehlt ihm vielleicht selbst die Fähigkeit Menschen zu führen. Wären die 300 Führungskräfte begeistert, hätten Sie doch zurückgeschrieben, finden Sie nicht auch? Ich vermute, dass er auch an sich selbst arbeiten sollte und an der Art, wie er führt.

Herr Karl-Heinz Zils

22.12.2014, 21:11 Uhr

Ja, wenn man weder bei der Mannschaft, noch bei den bei weiten zu hoch bezahlten Managern ankommt, dann muss man ein Werk schliessen, bei dem die mit Abstand die wenigsten Kundenbeanstandungen gibt, schliessen. Sonst schafft man es nicht die Marke zu zerstören. Sich öffentlich über die eigenen Kollegen zu beschweren ist schon untere Schiene. Genau das passt zu Opel, wenn man zu feige ist sich bei der Bochumer Mannschaft zu verabschieden, ein Werk das man noch nie von innen gesehen hat, dann schreibt man auch noch so einen sch..., und macht es nicht intern. Weiter so und 2016 ist der Rest, Geschichte. Dann hat er es geschafft und kehrt nach VW zurück, wo er ja als designierter Nachfolger gehandelt wurde.

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