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26.07.2017

13:09 Uhr

Opel-Käufer

Peugeot ist so rentabel wie noch nie

Schwächere Absatzzahlen hat PSA Peugeot Citroën mit höheren Preisen ausgeglichen – mit Erfolg. Die operative Marge des Autobauers hat einen neuen Höchststand erreicht. Auch Gewinn und Umsatz legen im ersten Halbjahr zu.

Der französische Autobauer verzeichnet durchweg positive Zahlen – außer beim Absatz. Reuters

Peugeot

Der französische Autobauer verzeichnet durchweg positive Zahlen – außer beim Absatz.

ParisPeugeot setzt Opel vor der Übernahme mit einer historisch hohen Ertragskraft unter Zugzwang. Während der Rüsselsheimer Autobauer weiter in den roten Zahlen steckt und dem bisherigen Mutterkonzern GM noch auf der Tasche liegt, ist der französische Autobauer im Kerngeschäft so rentabel wie noch nie. Die operative Rendite kletterte im ersten Halbjahr auf 7,3 Prozent von zuvor 6,8 Prozent, wie PSA-Chef Carlos Tavares am Mittwoch in Paris mitteilte. Dabei machten die Franzosen negative Währungseffekte und steigende Rohstoffkosten durch Einsparungen, eine höhere Produktivität und neue Modelle mehr als wett.

Der Konzern sei nun in der Lage, nachhaltig eine hohe Profitabilität zu liefern, sagte Finanzvorstand Jean-Baptiste de Chatillon. „Es gibt immer wieder Gegenwind, aber wir können dem standhalten.“ Konzernchef Tavares hat Peugeot Citroen von der Beinahe-Pleite und der Rettung durch den Staat vor einigen Jahren zurück in die Erfolgsspur gebracht. Nun will er zusammen mit Opel näher an den europäischen Marktführer Volkswagen heranrücken. Der Betriebsgewinn des PSA-Konzerns kletterte im ersten Halbjahr um 11,5 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um fünf Prozent auf 29,2 Milliarden Euro.

Analysten sehen das Erfolgsrezept der Franzosen als Vorbild für Opel. „Peugeot hat gezeigt, dass man auch im Massengeschäft sehr vernünftige Erträge erzielen kann“, sagte Marc-Rene Tonn vom Bankhaus M.M. Warburg. Aus den Erfahrungen könne Opel lernen. Sein Kollege Frank Biller von der LBBW geht davon aus, dass Tavares auf Dauer keine Verluste bei Opel dulden wird. „Wenn Sie eine Akquisition machen, dann wollen sie keine Verwässerung der eigenen Marge sehen“, sagte der Autoanalyst. PSA verspreche sich mit Sicherheit eine Steigerung der Portabilität.

Peugeot will die Kosten durch eine Vereinheitlichung der Fahrzeug-Architekturen senken und den Absatz durch neue, gemeinsam entwickelte Modelle in den nächsten Jahren ankurbeln. Vorteile soll zudem die Zusammenlegung von Einkauf und Entwicklung bringen. So soll die Marke mit dem Blitz spätestens 2020 schwarze Zahlen schreiben. PSA will die insgesamt gut zwei Milliarden Euro schwere Opel-Übernahme vom bisherigen Eigentümer General Motors noch in diesem Jahr abschließen und hatte dafür Anfang Juli grünes Licht von der EU-Kommission bekommen.

Tavares setzt darauf, dass das Opel-Management unter dem neuen Vorstandschef Michael Lohscheller die Wende möglichst bald einleitet. Lohscheller habe nach dem Zusammenschluss die Möglichkeit, die Abläufe bei Opel mit denen bei Peugeot zu vergleichen und die nötigen Schlüsse zu ziehen. Dafür habe er nach dem Abschluss der Übernahme 100 Tage Zeit. Bis dahin verlangt Tavares einen Restrukturierungs- und Zukunftsplan. Dabei wolle er Opel unterstützen. Auch der Erfolg von Peugeot sei das Ergebnis von Teamwork. „Das ist keine One-Man-Show.“

Von

rtr

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