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31.05.2017

13:09 Uhr

Opel

PSA meldet Übernahme offiziell in Brüssel an

Der Autobauer PSA hat die geplante Übernahme des Konkurrenten Opel offiziell bei der EU-Kommission angemeldet. Die Wettbewerbshüter wollen nun bis Juli eine Entscheidung über den Verkauf treffen.

Nun muss sich die EU-Kommission mit der geplanten Übernahme beschäftigen. dpa

Opel-Übernahme

Nun muss sich die EU-Kommission mit der geplanten Übernahme beschäftigen.

BrüsselDer Peugeot-Mutterkonzern PSA hat die beabsichtigte Übernahme des deutschen Autobauers Opel offiziell bei der EU-Kommission angemeldet. Die europäischen Wettbewerbshüter wollen nun bis zum 5. Juli entscheiden, ob sie den Verkauf genehmigen. Das bestätigte die Brüsseler Behörde am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es wäre auch möglich, dass die EU-Kommission im Juli beschließt, das Vorhaben genauer zu prüfen.

Der französische PSA-Konzern will den deutschen Konkurrenten noch im laufenden Jahr übernehmen und kostengünstiger organisieren. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Peugeot und Opel im Vergleich

Opel - Ergebnis

Der deutsche Autobauer kam auch 2016 nicht aus den roten Zahlen. 257 Millionen Dollar Jahresverlust verbuchte die US-Mutter General Motors in ihrem Europa-Geschäft, was einer Verbesserung von rund 600 Millionen Dollar gegenüber 2015 entspricht. Opel wies bei der Vorlage der Zahlen darauf hin, dass ohne das Brexit-Votum und den Absturz des britischen Pfunds ein positives Jahresergebnis erreicht worden wäre. Der Umsatz des Opel/Vauxhall-Geschäfts betrug im vergangenen Jahr 17,7 Milliarden Euro.

PSA Group - Ergebnis

Dank radikaler Sanierung verdoppelte der französische Autobauer seinen Nettogewinn 2016 fast auf 1,7 Milliarden Euro. Gespart wurde bei Einkauf, Produktion und Verwaltung, auch höhere Preise trugen zum Anstieg bei. Der Umsatz verringerte sich im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 54 Milliarden Euro.

Opel - Absatz

Die Marke mit dem Blitz verkauft im Jahr rund eine Million Autos. 2016 erzielte der Hersteller mit einem Absatz von fast 997.000 Fahrzeugen einen Marktanteil von 6,6 Prozent in Westeuropa. Opel befindet sich nach eigenen Angaben in der größten Modelloffensive seiner Geschichte: Die Rüsselsheimer wollen bis 2020 insgesamt 29 neue Fahrzeuge und 17 neue Motoren auf den Markt bringen.

PSA - Absatz

Die Franzosen verkauften 2016 weltweit mehr als drei Millionen Fahrzeuge ihrer drei Marken Peugeot, Citroen und DS. In Westeuropa, wo sie mit fast 1,5 Millionen Autos rund die Hälfte ihres Absatzes erzielen, hat der Konzern einen Marktanteil von 9,7 Prozent. Damit lagen sie 2016 hinter Platzhirsch Volkswagen mit 24,1 Prozent und dem französischen Konkurrenten Renault mit 10,1 Prozent auf dem dritten Platz. Zusammen mit Opel will PSA den zweitgrößten Autobauer in Europa nach dem VW-Konzern schmieden und auf einen Marktanteil von 17 Prozent kommen. Peugeot hat angekündigt, in Europa 28 neue Modelle bis 2021 auf den Markt zu bringen.

Opel - Mitarbeiter

Opel beschäftigt gut 38.000 Mitarbeiter. Mehr als 19.000 davon arbeiten in Deutschland, vor allem in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach.

PSA - Mitarbeiter

Die PSA Group ist mit weltweit 184.000 Mitarbeiter deutlich größer als Opel.

Quelle: Unternehmensangaben/Reuters

Von

dpa

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