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25.10.2016

18:25 Uhr

Opel-Quartal

Eine Ausrede namens Brexit

VonLukas Bay

Nach nur einem Quartal ist Opel zurück in der Verlustzone. Schuld ist der Brexit und das schwache britische Pfund, sagt man in Rüsselsheim. Doch das ist nicht das einzige Problem. Eine Analyse.

Der Mokka ist das Erfolgsmodell von Opel. Doch alleine darauf sollte sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann besser nicht verlassen. picture alliance/dpa

Ein Mokka zum Hochfahren

Der Mokka ist das Erfolgsmodell von Opel. Doch alleine darauf sollte sich Opel-Chef Karl-Thomas Neumann besser nicht verlassen.

DüsseldorfOpel ist zurück – in den roten Zahlen. Das dritte Quartal haben die Rüsselsheimer mit einem Verlust von umgerechnet 130 Millionen Euro abgeschlossen. Das ist zwar besser als im Vorjahr, aber insgesamt eine Enttäuschung. Immerhin hatte man jüngst noch die Rückkehr in die Gewinnzone gefeiert.

Die Schuld dafür gibt man in Rüsselsheim dem Brexit. Seit die Briten beschlossen haben, sich aus der EU verabschieden zu wollen, wertet das britische Pfund immer weiter ab. Dementsprechend schwer haben es Importfahrzeuge oder Hersteller, die einen großen Teil ihrer Bauteile importieren müssen.

Tatsächlich ist Großbritannien für die Rüsselsheimer einer der wichtigsten Absatzmärkte. Und der Absatz der Opel-Fahrzeuge, die auf der Insel unter dem Logo der Schwestermarke Vauxhall verkauft werden, schwächelte zuletzt spürbar. Das macht sich in der Produktion bemerkbar. Im Werk in Eisenach, wo Corsa und Adam gebaut werden, hat Opel bereits bis zum Jahresende Kurzarbeit angemeldet.

Immerhin ist Opel einer der wenigen Hersteller, die diese Verluste zumindest teilweise mit einer Produktion auf der Insel ausgleichen können. In Luton läuft der Opel Vivaro vom Band, in Ellesmere Port der neue Astra. So lange das Pfund schwach steht, wächst der Vorteil für den Hersteller, die in England produzieren und zu exportieren.

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Den Verlust darum alleine auf den Brexit zu schieben, greift daher zu kurz. Tatsächlich steht Opel derzeit vor der nächsten großen Herausforderung, damit das Comeback nachhaltig gelingt. Nachdem man nun das Verliererimage abgelegt hat, müssen nach dem Astra weitere Gewinnerautos folgen. Bisher fällt die Marge bei den meisten Modellen noch zu gering aus.

Denn in vielen Wachstumssegmenten haben die Rüsselsheimer einfach nichts zu bieten. Die Geschäfte bei kleinen Nutzfahrzeugen machen vor allem die Franzosen. Und auch vom SUV-Boom profitiert Opel nur unterdurchschnittlich. Dem kompakten Erfolgs-SUV Mokka hat man zwar ein Facelift und ein X am Namen verpasst. Doch die Konkurrenz baut ihr Angebot in dem Segment deutlich aus. Im mittleren und großen SUV-Segment steht Opel sogar völlig blank.

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