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04.01.2010

12:59 Uhr

Optikbranche

Jenoptik plant Einstieg in den LED-Markt

Jenoptik will mit neuen Geschäftsfeldern das Ruder herumreißen. Noch im letzten Jahr schrieb der Optik-Konzern rote Zahlen, 2010 soll sich das ändern. Und zwar mit dem Einstieg in eine neue Branche.

Jenoptik erschließt neue Geschäftsfelder. dpa

Jenoptik erschließt neue Geschäftsfelder.

HB JENA. Der Jenoptik-Konzern will sein Laser-Geschäft für die Solarindustrie ausbauen und in den Markt für LED-Beleuchtung einsteigen. „Wir müssen die Kernkompetenzen des Unternehmens nutzen, um profitables Wachstum in neuen Feldern zu organisieren“, sagte Vorstandschef Michael Mertin im Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. Nach einem Umsatzrückgang von etwa 15 Prozent in diesem Jahr und roten Zahlen soll 2010 die Trendwende bringen. „Wir haben die Chance, besser zu sein als 2009. Nicht nur im Ergebnis, auch im Umsatz“, sagte der Chef des Jenaer Optik-Konzerns. Ziel sei ein Betriebsergebnis im zweistelligen Millionen-Bereich.

„Wir werden 2010 sicher eine konjunkturelle Belebung sehen, die bei uns vor allem aus dem Auslandsgeschäft in Asien und den USA kommt.“ Seit einigen Monaten habe sich die Nachfrage der Halbleiterindustrie wieder etwas belebt. „Wie nachhaltig das ist, muss man sehen.“ Jenoptik liefert optische Systeme und Messtechnik für die Halbleiter- und Automobilindustrie. Deren Krise hatte zum Umsatzeinbruch und zum Abbau von etwa 400 auf 3000 Arbeitsplätze geführt.

„Weil wir seit 2007 auf neue Marktfelder wie Medizintechnik und Solar gesetzt haben, ist zumindest ein dramatischer Absturz wie bei einigen anderen Laser- und Maschinenbaufirmen verhindert worden“, sagte Mertin. Zudem habe sich Jenoptik von Verlustbringern getrennt, die Finanzierung mit Hilfe einer Bürgschaft auf eine langfristige Basis gestellt und Schulden verringert. „Wir haben geschafft, das Geld zu verdienen, das wir ausgeben.“

Auch künftig setzt Mertin auf die Solarindustrie. „Je stärker der Preiskampf bei Solarzellen und Dünnschichtmodulen wird, umso mehr Lasertechnik wird in der Produktion Einzug halten.“ Sie wird unter anderem zum Schneiden von Silizium eingesetzt.

Neu für Jenoptik ist das Geschäft mit Leuchtdioden (LED) für den Einsatz im öffentlichen Raum, beispielsweise für Straßen- und Tunnelbeleuchtungen. Zwischen der Jenoptik-Tochter Polymer Systems GmbH (Triptis) und der Lumenova GmbH (Esslingen) wurde in diesem Jahr eine Partnerschaft vereinbart. Zusammen mit dem baden-württembergischen Spezialisten für LED-Technik sollen unter anderem neue Reflektor-Optiken für unterschiedliche Anwendungen entwickelt werden. „Der Markt steht noch am Anfang. 2010 sind erste öffentliche Demonstrationsprojekte geplant.“

Jenoptik gehört zu den wenigen Ost-Unternehmen im Technologiewerte-Index TecDax der Frankfurter Börse. Nach Prognosen soll der Umsatz 2009 bei 460 bis 500 Mio. Euro liegen, nach 548 Mio. Euro in 2008.

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