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03.02.2005

09:41 Uhr

Optimismus auch im Geschäft mit Zivilflugzeugen

Boeing-Ergebnis leidet unter Tankerskandal und Ende der 717

Boeing, der zweitgrößte Zivilflugzeugbauer der Welt und zweitgrößte Rüstungskonzern der USA meldet jetzt Ergebnisse für das vierte Quartal 2004, die gegenüber dem Vorjahr deutlich abfallen. Der Reingewinn von 186 Mill. Dollar im vierten Quartal lag um 84 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 1,13 Mrd. Dollar, das allerdings durch eine Steuerrückzahlung von 1,1 Mrd. Dollar geschönt war.

HB/je PORTLAND. Der Quartalsumsatz des Konzerns mit Sitz in Chicago stieg nur Dank des florierenden Rüstungsgeschäftes um ein Prozent auf 13,3 Mrd. Dollar. Die Erlöse aus dem Militärgeschäft wuchsen um fünf Prozent auf 7,6 Mrd. Dollar, während der früher dominierenden Zivilflugzeugbereich mit 5,4 Mrd. Dollar rund acht Prozent weniger als im Vorjahr umsetzte.

Wie Boeing im Vorfeld angekündigt hatte, litten die Ergebnisse unter der geplanten Einstellung der Produktion der 717 sowie Abschreibungen für einen Großauftrag zur Lieferung von Tankflugzeugen, den der US-Kongress strich, weil Boeing mit einer Beschaffungsbeamtin gekungelt hat. Die Streichung der in Kalifornien gebauten 717, Boeings kleinstem Ziviljet, der das letzte Überbleibsel der McDonnell Douglas-Produktion ist, belastete das Ergebnis mit 280 Mill. Dollar, die Streichung des Tankerauftrags schlug mit 293 Mill. Dollar zu Buche.

Deutlich besser sieht das Jahresergebnis im Vergleich aus, weil 2003 hohe Abschreibungen unter anderem für das Raketengeschäft die Resultate drückten. Der Reingewinn stieg von 718 Mill. auf 1,87 Mrd. Dollar. Der Jahresumsatz kletterte gegenüber 2003 um fünf Prozent auf 52,5 Mrd. Dollar.

Vorstandschef Harry Stonecipher, der ursprünglich von McDonnell kam und aus dem Ruhestand geholt wurde, als Vorgänger Phil Condit über den Tankerskandal stolperte, hat sein Ziel, das Rüstungsgeschäft zu stärken, erreicht. Im vergangenen Jahr legte der Militärumsatz um 11 Prozent auf knapp 30,5 Mrd. Dollar zu, während die Erlöse mit Ziviljets um 6 Prozent auf gut 21 Mrd. Dollar nachgaben.

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