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24.01.2005

13:30 Uhr

Optionsstreit

Fiat und GM verlängern Gespräche

Der italienische Industriekonzern Fiat und der US-Autobauer General Motors (GM) verlängern ihr Mediationsverfahren über die umstrittene Verkaufsoption.

HB MAILAND. Fiat will die Option zum Verkauf seiner defizitären Autosparte GM zunächst nicht ausüben. Das Unternehmen werde den für den 1. Februar geplanten Abschluss der Vermittlungsgespräche mit dem US-Autobauer in dem Streitfall abwarten, teilte Fiat am Montag mit. Die Option ist nach der ursprünglichen Vereinbarung ab Montag ausübbar. GM bekräftigte seinerseits, dass die Verhandlungen auch auf Chef-Ebene wie geplant bis zum 1. Februar abgeschlossen sein sollen. Fiat hat 20 % seiner Anteile an Fiat Auto im Jahr 2000 an GM verkauft und eine Option zum Verkauf der restlichen 80 % mit dem US-Konzern vereinbart. Während GM die Option nicht mehr für gültig hält, besteht Fiat weiter auf seinem Recht zu verkaufen. Beobachter erwarten einen langwierigen Rechtsstreit, sollten die Verhandlungen scheitern.

„Obwohl die Put-Option ab dem 24. Januar 2005 ausübbar ist, hat Fiat beschlossen, den Abschluss des Vermittlungsprozesses abzuwarten“, teilte das italienische Unternehmen mit. „Als Folge davon wird Fiat die Möglichkeit haben, die Verkaufsoption vom 2. Februar 2005 bis zum 24. Juli 2010 auszuüben.“

Sollte GM zu einem Kauf der Anteile gezwungen werden können, stünde der US-Konzern vor erheblichen Schwierigkeiten. Er ist gerade dabei, sein Europa-Geschäft zu sanieren und kämpft auch in den USA mit hohen Kosten für die soziale Absicherung seiner Mitarbeiter. Zudem wären bei einem Abbau von Stellen und Fabrikschließungen beim italienischen Autobauer heftige politische Diskussionen zu erwarten. Fiat ist der größte private Arbeitgeber des Landes.

Durch eine Kapitalerhöhung hat sich die Beteiligung von GM an Fiat Auto seit Abschluss der Vereinbarung auf zehn Prozent verwässert. GM steht deswegen auf dem Standpunkt, der Vertrag sei gebrochen und ungültig. Fiat betrachtet die Option dagegen als gültig. Unternehmenschef Sergio Marchionne hat ihre Ausübung als „eine real-existierende Möglichkeit“ bezeichnet, und sei es nur, damit der Wert der Autosparte einmal klar beziffert werde.

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