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17.01.2007

16:01 Uhr

Ordner-Hersteller Esselte Leitz

Ade Tristesse - Peppiges fürs mobile Büro

VonStefani Hergert

Wer Ordner meint, spricht meist von Leitz. Noch immer gilt der Wolkenmarmor-Look als Inbegriff der Gattung Ordner. Ein Bild, mit dem das Unternehmen hart zu kämpfen hat. Konversativ und grau – so sehen viele Verbraucher die Marke. Mit moderner Form und peppigen Farben will das Unternehmen sein altbackenes Image aufpolieren.

BERLIN. Step, Step, Drehung links. Und lächeln! Mit viel Hüftschwung schreitet Daniela Domröse den roten Teppich entlang. Kurz vor den Fotografen bleibt sie stehen. Dreht den Kopf nach links, so dass ihre langen, blonden Haare mitschwingen. Im knallgrünen Latex-Catsuit stoppt sie lächelnd vor den Objektiven der Fotografen. Doch nicht sich will die amtierende Miss Deutschland in Szene setzen – Star der Präsentation ist ein Alltagsgegenstand: ein Leitz-Ordner.

Leitz 180º Active heißt die neue Ordner-Generation in knallgrün, leuchtend orange, strahlend blau und matt schwarz, die Esselte Leitz im Berliner Hauptbahnhof vorstellt. „Tragbar“ sollen die Bürohelfer sein. Um das zu unterstreichen hat Leitz gleich vier Schönheitsköniginnen eingeladen, deren knallenge Anzüge den Farben der Ordner entsprechen. Mode im Büro sozusagen.

Etwas unsicher halten die Damen die Ordner, etwas unbedarft zeigen sie das Innenleben der bunten Ordnungshelfer. Ordner sind nicht ihre Welt. Das Blitzlichtgewitter gilt entsprechend auch eher den Schönheitsköniginnen mit ihren ärmellosen Anzügen und ihren Stöckelschuhen.

Dabei hätten die Ordner auch einiges zu bieten. Ein völlig neues Material zum Beispiel: Der neue Werkstoff Polyfoam soll robuster, widerstandsfähiger und langlebiger sein als die bisher verwandten Materialien, so preis Marketing-Chef Ard-Jen Spijkervet die neuen Ordner an. Der runde Ordnerrücken soll den Transport erleichtern. Der Unterschied zum klassischen Leitz-Ordner fällt schon auf, wenn man den neuen nur aufklappt. Durchsichtige Hüllen erleichtern es, neben abgehefteten Unterlagen auch noch Zettel, lose Blätter oder auch CDs mitzunehmen. Der Hebel lässt sich bis zu 180 Grad öffnen. Papiere können so von links und rechts abgeheftet werden.

Mit den Ordnern von vor 100 Jahren hätten die Schönheitsköniginnen allerhand Probleme gehabt. Dicht aneinandergereiht standen damals die Ordner in den Aktenschränken. Lange und lackierte Fingernägel hätten mit diesen Ordnern kämpfen müssen – bis 1912 hatten sie noch kein Griffloch. Etliche Nägel sind daher vermutlich zerbrochen.

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