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09.11.2016

08:03 Uhr

Osram

Lichtkonzern will mit neuen Technologien wachsen

Der Umsatz von Osram ist im vergangenen Quartal um drei Prozent geschrumpft. Hauptgrund ist die Abtrennung der Sparte LEDvance. Trotzdem zeigt sich Konzernchef Berlien für das Gesamtjahr optimistisch.

Osram musste im letzten Quartal Umsatzeinbußen von drei Prozent hinnehmen. dpa

Umsatzminus

Osram musste im letzten Quartal Umsatzeinbußen von drei Prozent hinnehmen.

München Der Lichttechnikkonzern Osram lässt sich von dem auf Eis gelegten Verkauf seiner Lampensparte nach China den Optimismus nicht nehmen. Für das verbleibende Geschäft mit LED-Technik, Autobeleuchtung und Leuchten rechnet Vorstandschef Olaf Berlien mit einem Umsatzwachstum von bis zu sieben Prozent im laufenden Geschäftsjahr, wie die ehemalige Siemens-Tochter am Mittwoch mitteilte.

Angesichts der laufenden Investitionen in den Ausbau des LED-Chipgeschäfts erwarten die Münchner allerdings eine leicht rückläufige operative Rendite. Die Märkte böten ein freundliches Bild, sagte Finanzchef Ingo Bank: „Wir rechnen mit gesundem Wachstum in allen Segmenten.“ Die Dividende soll mindestens ein Euro je Aktie betragen.

Wirtschaftsministerium: Genaue Prüfung dürfte Osram-Deal zumindest verzögern

Wirtschaftsministerium

Genaue Prüfung dürfte Osram-Deal zumindest verzögern

Der Bund untersucht den Verkauf einer Sparte des Lampenherstellers Osram nach China genau. Ein entsprechender Antrag liege vor, das Ergebnis könnte Monate auf sich warten lassen.

Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Traditionsunternehmen seine Einnahmen binnen Jahresfrist im fortgeführten Geschäft um sechs Prozent auf 3,79 Milliarden. Der operative Gewinn (Ebitda bereinigt) lag mit 652 Millionen gut sieben Prozent über Vorjahr. Der Überschuss konnte sich wegen des Verkaufs einer Beteiligung nach China auf knapp 400 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Im Schlussquartal rutschten die Münchner allerdings wegen Verlusten aus der abzutrennenden Tochter LEDvance mit 48 Millionen Euro in die roten Zahlen.

In den Verkauf von LEDvance an ein chinesisches Konsortium hatte sich zuletzt das Bundeswirtschaftsministerium mit einem Prüfverfahren eingemischt. „Ich rechne weiter damit, dass wir die Freigabe von den Behörden im Laufe des Geschäftsjahres bekommen“, sagte Finanzchef Bank. Zum Interesse von Chinesen am verbleibenden Gesamtkonzern wollte er sich nicht deutlicher äußern. Es gebe keine konkreten Dinge zu berichten, sagte Bank.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Im letzten Quartal seines Geschäftsjahres verzeichnete Osram Rückgänge. Der Umsatz des fortgeführten Geschäfts schrumpfte in dem Zeitraum um drei Prozent auf 909 Millionen Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) knickte um ein Fünftel auf 131 Millionen Euro ein. Die Münchner führten die Entwicklung vor allem auf die laufende Abtrennung von LEDvance zurück. Die Trennung der IT-Systeme von Osram und der Tochter habe zu Verschiebungen von Bestellungen zwischen den beiden letzten Jahresquartalen geführt.

Von

rtr

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