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13.04.2012

15:42 Uhr

Pannen

Wie Rückrufe die Autobauer belasten

VonLukas Bay, Sebastian Schaal

Nicht nur der aktuelle Fall bei den TSI-Motoren von Volkswagen zeigt es: Die Autohersteller weltweit haben ein Qualitätsproblem. Doch die liegen nicht unbedingt bei den Autobauern selbst - und sind dennoch hausgemacht.

Bei VW sind in den vergangenen Monaten Qualitätsprobleme mit Zulieferern bekannt geworden. AFP

Bei VW sind in den vergangenen Monaten Qualitätsprobleme mit Zulieferern bekannt geworden.

DüsseldorfAls Volkswagen im Januar weltweit 300.000 Fahrzeuge mit dem weit verbreiteten 2-Liter-Dieselmotor zurückrufen musste, war der Schuldige schnell gefunden. Durch eine fehlerhafte Charge eines Zulieferers bestand die Möglichkeit, dass bei den Einspritzleitungen Kraftstoff austreten konnte.

Und jetzt diese Nachricht: Viele der Motorschäden bei dem 1,4 Liter großen Benzindirekteinspritzer lassen sich auf qualitativ mangelhafte Steuerketten eines Lieferanten zurückführen. Laut VW seien Fertigungswerkzeuge über ihre Verschleißgrenze hinaus verwendet worden. Der Haken an diesem Fall ist, dass sich die fehlerhaften Teile nicht auf eine bestimmte Charge oder einen Produktionszeitraum eingrenzen lässt.

1.4-TSI-Motor: VW bestätigt Motorschäden durch Produktionsfehler

1.4-TSI-Motor

Motorschäden durch Produktionsfehler

Trotz Produktionsfehler plant Volkswagen derzeit keine Rückrufaktion.

VW ist nicht der einzige Hersteller mit Qualitätsproblemen in letzter Zeit, aber die hohen Stückzahlen des Konzerns können auch zu einer Schwäche werden. "Da Volkswagen durch ihr Baukasten-Prinzip sehr hohe Volumina nachfragt, sind die Preise und damit der Kostendruck für die Zulieferer natürlich enorm", Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der FHDW Bergisch-Gladbach. "Auf der anderen Seite ist das eine Sache des Qualitätsmanagements." Es sieht so aus, als ob der Kostendruck auf die Zulieferer so hoch ist, dass die bei den geforderten Produktionskosten nicht die Qualität halten können.

Der Auto-Experte rät den Herstellern darum, ihr werksübergreifendes Qualitätsmanagement auszubauen: „Qualitätsmanagement beginnt nicht am Werkstor, sondern bei den Zulieferern.“ Nicht nur die produzierten Teile, auch die Produktionsanlagen der Partner müssten darum von den Herstellern geprüft werden.

Dabei ist in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit der Autobauer von ihren Zulieferern gestiegen. Inzwischen findet 75 Prozent der Wertschöpfung bei den Zulieferern statt. Mit all seinen positiven und negativen Folgen.

Kommentare (6)

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Autofahrer

13.04.2012, 15:47 Uhr

Soso, die bösen Zulieferer. Oder etwa doch nicht:

http://www.motor-talk.de/forum/1-4-tsi-motoren-in-der-presse-t3872765.html#post32421928

Flohr

13.04.2012, 16:51 Uhr

Beim besten Willen: die Rückrufquoten können keinesfalls stimmen, weil die Basis (Fahrzeugverkäufe) falsch wiedergegebn wird. GM hat ca. 8 Mio. Autos verkauft, VW auch ...

Nachwuchs

13.04.2012, 19:15 Uhr

Was erwartet man: Nur noch Sklaven werden beschäftigt und alle Teile eingekauft. Fehler weigert man sich zu beseitigen, so dass immer die selben Fehler über Jahre (Rückrufe) auftauchen.
PS.: Echter name: Ich will keine Islamisten bzw. Andere vor meiner Tür , die mich bedrohen. Meinungsfreiheit ist in Deutschland schon lange abgeschafft.

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