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05.02.2013

13:23 Uhr

Pannenflieger

Boeing beantragt Testflüge für Dreamliner

Die pannengeplagten Dreamliner des US-Flugzeugbauers Boeing könnten bald wieder abheben. Das Unternehmen hat bei der Luftverkehrsbehörde FAA Testflüge beantragt. Die Brandursache scheint entdeckt zu sein.

Boeing beantragt Testflüge für Dreamliner

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New YorkDer nach einer Pannenserie von den Behörden aus dem Verkehr gezogene Dreamliner von Boeing soll bald zu Testflügen wieder abheben. Der US-Flugzeugbauer teilte mit, einen entsprechenden Antrag bei der Luftverkehrsbehörde FAA eingereicht zu haben. Damit bestätigte der Airbus -Konkurrent einen Bericht der "Seattle Times". Diese hatte zudem gemeldet, dass die FAA in Kürze grünes Licht geben könnte. Bis aber wieder Fluggäste in den Langstreckenjet einsteigen dürfen, würden wohl noch Wochen oder sogar mehrere Monaten vergehen, hieß es unter Berufung auf zwei Insider. Boeing wolle erst eine mögliche Lösung für das Problem testen, das im Januar bei zwei 787-Maschinen einen Brand verursacht hatte. Die FAA teilte mit, den Antrag zu prüfen.

Sie hatte im Januar angeordnet, alle Dreamliner in den USA am Boden zu lassen, bis die Ursache für die Batterieprobleme geklärt ist. Weltweit hatten Behörden nach der Notlandung eines 787-Jets die 50 bereits ausgelieferten hochmodernen Karbon-Flieger aus dem Verkehr gezogen.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Nach Angaben der japanischen Verkehrssicherheitsagentur sind die Gründe für die Überhitzung der Batterien noch unklar. Die Ermittler würden die Untersuchungen daher möglicherweise auf andere Ausrüstungsteile des Prestige-Fliegers ausweiten, kündigte Behördenchef Norihiro Goto am Dienstag an. Aufnahmen eines Computer-Tomographen hätten gezeigt, dass sechs der acht Zellen in der Hauptbatterie des in Japan notgelandeten Dreamliners verkohlt gewesen seien. Unklar sei allerdings nach wie vor, ob dies auf die chemischen Eigenschaften des Akkus oder auf ein Problem mit der Elektrik zurückzuführen sei. Im 787 werden Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt, die leichter und leistungsstärker als herkömmliche Modelle sind, sich aber auch schneller entzünden können.

Vor der Notlandung des Dreamliners von All Nippon Airways war bereits in einer geparkten 787 von Japan Airlines am Bostoner Flughafen nach einer Batterie-Explosion ein Brand ausgebrochen. Beide Fluggesellschaften hatten angekündigt, Schadenersatzansprüche gegen Boeing zu prüfen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Gast

05.02.2013, 08:37 Uhr

Sind das gute Nachrichten?
Bisher gibt es keine uns bekannten Meldungen, die die Ursache der Akkubraende darlegen.
Die Effekte, die sich in den Carbon-Flugzeugen beim Flug abspielen sind nicht vorhersehbar und den meisten unbekannt.
Dazu braucht man auch Testfluege, wenn man noch nicht weiß, was dort abgelaufen ist.
Warten wir mal ab, was da rauskommen wird.

Collie

05.02.2013, 19:52 Uhr

Ich würde alle Flüge freigeben, wenn sich Boeing dazu verpflichet den Umsatz eines Jahres zu zahlen, wenn ein Dreamliner wegen eine LI-Ionen-Batterie abstürzt.

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