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25.06.2014

18:44 Uhr

Pannenserie

Defekte GM-Zündschlösser kamen aus China

Vor wenigen Wochen musste General Motors weitere 3,4 Millionen Autos wegen defekten Zündschlössern zurückrufen. Jetzt gab der US-Konzern bekannt, dass die fraglichen Bauteile von einem chinesischen Zulieferer stammen.

2014er Modell des Chevrolet Impala: Auch die Mittelklasse-Limousine ist von dem neuesten Rückruf betroffen. ap

2014er Modell des Chevrolet Impala: Auch die Mittelklasse-Limousine ist von dem neuesten Rückruf betroffen.

DetroitDie defekten Zündschlösser, die zum jüngsten Rückruf von mehr als drei Millionen Fahrzeugen von General Motors (GM) geführt haben, stammen aus China. Die Opel-Mutter gab Mittwoch bekannt, dass die Zündschlösser von der Firma Dalian Alps Electronics hergestellt worden seien. In einer Mitteilung an die Verkehrsaufsicht erklärte GM, weitere Details dazu bis zum 3. Juli vorlegen zu wollen.

Der US-Autobauer hatte Mitte Juni 3,4 Millionen Pkw wegen der Probleme zurückgerufen. Betroffen waren unter anderem die Modelle Buick LaCrosse, Chevrolet Impala und Cadillac DeVille. Damit beorderte GM allein im ersten Halbjahr mit 20 Millionen Fahrzeugen mehr als doppelt so viele Wagen in die Werkstätten, wie der Konzern 2013 weltweit verkauft hat.

Das Rückruf-Debakel von General Motors

13. Februar 2014

GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

25. Februar 2014

GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. In Europa sind einige Tausend Roadster Opel GT betroffen. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

12. März 2014

Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten.

6. März 2014

Barra leitet eine interne Untersuchung ein. Zuvor war bekanntgeworden, dass die US-Sicherheitsbehörde NHTSA überprüft, ob GM den Rückruf verschleppt hat. In US-Medien häufen sich Geschichten von Unfallopfern.

17. März 2014

GM ruft weitere Autos wegen anderer Defekte zurück, etwa wegen Airbag-Ausfällen. Auch aktuelle Modelle sind nun betroffen. Wegen der Zündschlösser gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein, die den Wert ihrer Wagen geschmälert sehen.

19. März 2014

Die US-Regierung bestraft Toyota wegen der Pannenserie 2009/2010. Die Japaner müssen 1,2 Milliarden Dollar zahlen. Auch hier lautet der Vorwurf, der Konzern habe die Probleme zunächst vertuscht.

29. März 2014

GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

31. März 2014

Der nächste Ruf startet wegen ausfallender Servolenkungen. GM beordert nun wegen diverser Mängel insgesamt 6,3 Millionen Wagen in die Werkstätten. Die Kosten schnellen auf 750 Millionen Dollar hoch, später veranschlagt das Unternehmen 1,3 Milliarden Dollar.

2. April 2014

Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

10. April 2014

GM beurlaubt zwei Ingenieure wegen der Zündschlösser. Zwei Wochen später wird die Entwicklungsabteilung umgebaut und deren Chef scheidet aus. Zwischenzeitlich gehen auch die Personalchefin und der Kommunikationschef.

23. April 2014

GM erklärt, die ersten Ersatzteilpakete mit Zündschlössern versandt zu haben. Nun starten die Reparaturen.

30. Juni 2014

Ein weiterer Rückruf betrifft 8,4 Millionen Wagen weltweit, die meisten davon in den USA. GM zufolge hätten diverse Wagen Defekte. „Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben“, erklärte Firmenchefin Mary Barra in Detroit.

Die jüngsten Probleme bei den Zündschlössern haben nach Konzernangaben mindestens zu acht Unfällen mit sechs Verletzten geführt. Ein ähnlicher Rückruf von 2,6 Millionen Autos Anfang des Jahres wird mit mindestens 13 Todesfällen in Verbindung gebracht. Verbraucherschützer sprechen von bis zu 300 Toten durch den Defekt, bei dem sich der Motor und elektrische Systeme wie Airbags auch bei hohem Tempo unvermittelt abschalten können.

Der Luxussportwagenbauer Aston Martin musste im Februar den Großteil seiner seit Ende 2007 gebauten Autos in die Werkstätten bestellen. Hintergrund war, dass ein chinesischer Zulieferer für ein Bauteil einen minderwertigen Kunststoff von seinem eigenen Lieferanten bekommen und dies statt des Originalmaterials verwendet haben soll.

Von

rtr

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