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20.12.2016

20:17 Uhr

Partikelfilter auf dem Prüfstand

EU einigt sich auf strengere Abgastests für Neuwagen

Neue und strengere Abgastests sollen in der EU bereits 2017 eingeführt werden – mit Konsequenzen für die Autobauer. Der Verband der Automobilindustrie reagiert empört. Für ihn sind die Maßnahmen Aktionismus.

Die EU plant ab 2017 strengere Richtlinien für Autobauer einzuführen. dpa

Abgastests

Die EU plant ab 2017 strengere Richtlinien für Autobauer einzuführen.

BrüsselDie EU-Kommission und die Mitgliedsländer der Europäischen Union haben sich am Dienstag auf die Einführung strengerer Abgastests für alle Neuwagen mit Benzinmotoren ab September 2018 geeinigt. Experten beider Seiten stimmten am Dienstag in Brüssel dafür, dass bei den anvisierten Tests auf der Straße auch die Emissionen von Partikeln genauer erfasst werden sollen.

Die EU-Kommission will den Autobauern nach eigenen Angaben zwar nicht vorschreiben, welche Technik sie dafür künftig benutzen müssen. „In der Praxis heißt das (aber), dass Benzinpartikelfilter für alle Benzinmotoren mit Direkteinspritzung eingebaut werden müssen, um die Vorgaben bei Fahrtests unter realen Bedingungen einzuhalten.“

Für neue Autotypen sollen die Regeln ab September 2017 gelten, für alle Neuwagen ein Jahr später. Die Autokonzerne hatten dafür plädiert, die strengeren Regeln für Partikelfilter bei Benzinmotoren erst 2019 einzuführen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warf der Kommission vor, nur wegen des Dieselskandals bei Volkswagen härter durchzugreifen. Die EU habe dabei das Augenmaß verloren. „Die vorgesehenen Fristen greifen in laufende Produktzyklen ein und nehmen den Automobilherstellern damit jegliche Planbarkeit“, kritisierte der VDA. Bis zu 500.000 Neuwagen der deutschen Autobauer könnten deshalb weniger gebaut werden.

Die EU-Kommission wies indes darauf hin, dass die Fristen bereits bei der Einigung 2012 mit dem EU-Parlament und den Mitgliedsländern vorgesehen gewesen seien. VW und Daimler haben die Einführung von Benzin-Partikelfiltern ab 2017 angekündigt. Das Parlament und der EU-Rat als Vertretung der Mitgliedsländer haben nun drei Monate Zeit, um gegen die neue Vereinbarung zu den Partikelfiltern Einspruch einzulegen.

Mit den Tests unter realen Bedingungen auf der Straße will die EU die Autobauer zu einer stärkeren Reinigung der Abgase von Schadstoffen zwingen. Die Manipulation von Volkswagen bei Abgaswerten hat den Druck auf die EU-Institutionen erhöht, die Hersteller strenger zu kontrollieren.

Von

rtr

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