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12.06.2013

18:23 Uhr

Patentstreit um Magenmittel

Pfizer erhält Milliardenzahlung von Teva und Sun

Endlich ein Schlussstrich unter dem zehnjährigen Patentstreit um das Magenmittel Protonix: Pfizers Konkurrenten Teva und Sun Pharmaceutical überweisen dem Pharmakonzern eine Milliardensumme.

Mit dem Vergleich endet ein zehnjähriger Patentstreit um das Magenmittel Protonix. ap

Mit dem Vergleich endet ein zehnjähriger Patentstreit um das Magenmittel Protonix.

BangalorePfizer erhält im Patentstreit um das Magenmittel Protonix eine Milliardensumme von seinen Konkurrenten Teva und Sun Pharmaceutical überwiesen. Diesen Vergleich gaben die Pharma-Konzerne am Mittwoch bekannt. Damit ziehen sie einen Schlussstrich unter ein Gerichtsverfahren, das vor mehr als einem Jahrzehnt begonnen hatte.

Von der Gesamtzahlung in Höhe von 2,15 Milliarden Dollar kommt Pfizer der größte Teil zu Gute, 774 Millionen Dollar gehen an Takeda. Mit dem japanischen Partner hatten die Amerikaner Protonix entwickelt.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Von den 2,15 Milliarden Dollar zahlt der Ratiopharm-Mutterkonzern Teva 1,6 Milliarden Dollar - eine Hälfte in diesem Jahr, den Rest 2014. Teva hatte 2007 eine Generika-Version von Protonix auf den Markt gebracht. Pfizer warf dem israelischen Generika-Branchenprimus vor, damit gegen Schutzrechte verstoßen zu haben. Bereits 2010 gab ein US-Gericht Pfizer Recht, über die Schadensumme wurde seit Montag verhandelt.

Die Pfizer-Aktie stieg an der Wall Street in einem positiven Marktumfeld um 0,9 Prozent. Das Teva-Papier fiel in Tel Aviv um ein Prozent.

Von

rtr

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