Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2005

17:50 Uhr

"Persönliche Meinung"

Air-Force-Einkäufer bevorzugt Boeing-Tankflugzeuge

Auf dem Weltmarkt hat sich der europäische Flugzeugbauer Airbus beim Absatz eindeutig vor den US-Konkurrenten Boeing geschoben. Dennoch hat auch Boeing noch viele treue Kunden. So zieht der scheidende Chef-Einkäufer der US-Air-Force die Tankflugzeuge des US-Konzerns denen von Airbus vor.

HB WASHINGTON. Der Erwerb der Tankflugzeuge sei ein zu wichtiges Thema, als dass man es einem nicht-amerikanischen Hersteller wie der Airbus-Muttergesellschaft EADS geben würde, sagte Marvin Sambur am Mittwoch vor Journalisten. Dies sei seine persönliche Meinung, betonte Sambur, der am 19. Januar seinen Posten aufgeben soll. Mit dem Start des Programms zum Kauf von neuen Tankflugzeugen sei frühestens in drei Jahren zu rechnen, fügte er hinzu.

Das US-Verteidigungsministerium hatte sich für eine Ausschreibung zur Erneuerung seiner Tankflugzeugflotte ausgesprochen, nachdem der Kongress im Oktober den ursprünglich bereits an Boeing vergebenen Auftrag zum Kauf und Leasing von 100 Tankflugzeugen im Wert von 23,5 Mrd. Dollar auf Eis gelegt hatte. Die Einkäuferin der Air Force und Stellvertreterin von Sambur, Darleen Druyun, hatte zugegeben, quasi als „Abschiedsgeschenk“ einen höheren Preis für die Tanker akzeptiert zu haben, bevor sie im November 2002 von der Air Force zu Boeing wechselte.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will eigenen Angaben zufolge bei einer solchen Ausschreibung der US-Luftwaffe mitbieten, möglicherweise mit einem US-Partner. Sowohl Northrop Grumman als auch Lockheed Martin hatten sich als Partner angeboten. Nachdem sich EADS in Australien und Großbritannien mit Aufträgen für Tankflugzeuge durchsetzen konnte, räumen Experten den Europäern auch Chancen in den USA ein. Der Vertrag mit Australien ist bereits unterzeichnet, die Unterschrift unter dem mit Großbritannien fehlt allerdings noch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×