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29.12.2011

16:18 Uhr

Personalien

Balda-Alleinvorstand Rainer Mohr geht

Rainer Mohr konnte den Medizintechnik-Produzenten innerhalb von zehn Monaten nicht in die Gewinnzone führen. Wegen „unterschiedlicher strategischer Vorstellungen“ räumt er nun seinen Vorstandsposten bei Balda.

Vor der Neuausrichtung durch Rainer Mohr produzierte Balda Handy-Schalen. dpa

Vor der Neuausrichtung durch Rainer Mohr produzierte Balda Handy-Schalen.

DüsseldorfBalda-Alleinvorstand Rainer Mohr geht nur zehn Monate nach seinem Amtsantritt von Bord. Der seit Jahren immer wieder mit Verlusten kämpfende Medizintechnik-Produzent begründete den Abgang seines früheren Finanzchefs mit „unterschiedlichen strategischen Vorstellungen“. Der Aufsichtsrat habe mit Dominik Müser und James Lim zwei neue Vorstände bestellt. Müser, ehemaliger Partner der Beratungsfirma Roland Berger, sei zum Vorstands- und Finanzchef nominiert worden. Er solle eine Zukunftsstrategie ausarbeiten, die einen profitablen Fortbestand der Gesellschaft ermögliche, teilte Balda mit.

Mohr war es wie auch seinem Vorgänger Michael Sienkiewicz nicht gelungen, den ehemaligen Handyschalen-Produzenten aus der Verlustzone zu holen. Vergangene Woche hatte Mohr seine Prognose kappen müssen, für 2011 erwartet Balda nun einen Verlust statt eines Gewinns. 2010 hatte Balda bei einem Umsatz von 141,4 Millionen Euro einen operativen Verlust von 37,4 Millionen Euro verbucht.

Mohr hatte im Frühjahr die Ausrichtung auf die Medizintechnik angekündigt und ein „deutliches Wachstum“ der neuen Sparte versprochen, die durch Zukäufe ausgebaut werden sollte. Zudem sollte die Veräußerung der Anteile am Touchscreen-Produzenten TPK den Aktionären nach Jahren ohne Dividende eine Sonderausschüttung bescheren. Balda gab den Verkauf des rund 16-prozentigen Aktienpaketes wegen sinkender Kurse aber auf.

Das brockte dem Unternehmen jüngst Ärger mit einem Großaktionär ein, der sich mit seinem Antrag auf eine außerordentliche Hauptversammlung durchsetzen konnte. Der Vorstand der New Yorker Investmentfirma Octavian Advisors, Richard Hurowitz, wirft dem Balda-Aufsichtsrat Interessenkonflikte vor und fordert seine Abwahl. Das Kontrollgremium habe sich von persönlichen Interessen des Hauptaktionärs und TPK-Anteilseigners Michael Chiang leiten lassen - zulasten der übrigen Aktionäre, begründete er seinen Antrag.

Von

rtr

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