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12.01.2016

16:00 Uhr

Peugeot

Probleme in Schwellenländern bremsen französischen Autobauer

Nach Jahren der Krise hat Peugeot in Europa wieder mehr Autos verkauft. Doch schwächelnde Verkäufe in den Schwellenländern zehren den Zuwachs fast wieder auf. Mancherorts brach das Geschäft gar zweistellig ein.

Nicht nur die Verkäufe von Peugeot, sondern der ganze chinesische Automarkt schwächelte im letzten Jahr. Nach Steuererleichterungen durch die Regierung in Peking zogen die Absätze im Dezember jedoch wieder an. Reuters

Schwierige Lage in China

Nicht nur die Verkäufe von Peugeot, sondern der ganze chinesische Automarkt schwächelte im letzten Jahr. Nach Steuererleichterungen durch die Regierung in Peking zogen die Absätze im Dezember jedoch wieder an.

ParisSchwächelnde Geschäfte in China und anderen Schwellenländern haben einen Großteil der Zuwächse von Peugeot in Europa 2015 wieder zunichte gemacht. Unter dem Strich legte der Autoabsatz im vergangenen Jahr weltweit um 1,2 Prozent auf 2,973 Millionen Fahrzeuge zu, wie das französische Unternehmen am Dienstag mitteilte.

In Europa verkaufte Peugeot sogar 5,9 Prozent mehr Autos. Im Nahen Osten und Afrika lief es sogar noch besser. Ausgebremst wurden die Geschäfte aber in China und in Südost-Asien, wo der Absatz 0,9 Prozent zurückging. In Lateinamerika und vor allem in Russland brach das Geschäft zweistellig ein.

Nach der jahrelangen Krise kommt Peugeot nun sein starkes Standbein in Europa, wo mehr als 60 Prozent der Fahrzeuge verkauft werden, zugute. Im Schlussquartal sei auch der Absatz in China wieder um 8,9 Prozent angezogen, teilte der Volkswagen-Konkurrent weiter mit. Die konkrete Bilanz will der Konzern am 24. Februar vorlegen. Anleger zeigten sich am Dienstag erfreut: Peugeot-Aktien zogen fast drei Prozent an.

Auswirkungen der Russland-Sanktionen auf deutsche Branchen

Maschinenbau

Der wichtige Industriezweig leidet besonders stark unter dem Einbruch des Russland-Geschäfts – denn die Branche ist für mehr als ein Fünftel (2014: 22 Prozent) aller deutschen Ausfuhren in das Riesenreich verantwortlich. 2014 brachen sie um 17 Prozent ein. Damit ging Geschäft im Volumen von 1,3 Milliarden Euro verloren. Russland fiel damit in der Rangliste der wichtigsten Abnehmerländer auf Rang zehn zurück. 2013 war das Land noch der viertgrößte Absatzmarkt für den deutschen Maschinenbau. In diesem Jahr setzt sich der Trend fort: Allein bis Mai gingen die Exporte um 30 Prozent zurück.

Elektroindustrie

Die deutsche Elektroindustrie hat 2014 so viel Waren ins Ausland geliefert wie nie. Insgesamt kletterten die Exporte um 4,9 Prozent auf den Rekordwert von 165,5 Milliarden Euro. Und das, obwohl das Russland-Geschäft um 1,2 Milliarden Euro geringer ausfiel als 2013 – und damit die mit Abstand größte Belastung des Exportwachstums der Branche war.

Auto

Der russische Automarkt brach im vergangenen Jahr um zehn Prozent ein. Das trifft nicht alle deutschen Hersteller gleichermaßen. Für Daimler ist Russland nur ein vergleichsweise kleiner Markt. Europas größter Autobauer Volkswagen muss dagegen spürbare finanzielle Einschnitte in Kauf nehmen. Der Autobauer Opel stellt wegen der Absatzkrise sein Geschäft auf dem einstigen Hoffnungsmarkt bis zum Jahresende komplett ein.

Textilien

Gelitten hat auch die deutsche Textilindustrie. Der Gesamtverband Textil und Mode spricht von einem Exportminus von zwölf Prozent. Für den Hemdenhersteller Olymp ist Russland inzwischen nur noch der zweitgrößte Markt. Dem Hemdenhersteller macht unter anderem der schwache Rubel zu schaffen, der seine Produkte vergleichsweise teurer macht.

Nahrungsmittel

Russland galt lange als wichtigster Absatzmarkt für deutsche Agrar- und Lebensmittelexporteure außerhalb der EU. Schon vor den Sanktionen erschwerten nach Angaben des Verbandes BVE aufwendige Einfuhrvorschriften sowie Handelshemmnisse und Betriebssperrungen das Exportgeschäft. 2013 seien die Agrarausfuhren um 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, Lebensmittelexporte um 16 Prozent. 2014 habe sich der Rückgang wegen des russischen Importverbotes verschärft. Die Agrarexporte brachen 2014 um 28 Prozent ein, die Lebensmittelexporte um 32 Prozent.

Von

rtr

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