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12.12.2013

00:15 Uhr

Peugeot

Verwaltungsrat will Einstieg Chinas gutheißen

Insidern zufolge sollen die finalen Verhandlungen Peugeots mit dem französischem Staat und Dongfeng starten. Der Verwaltungsrat sei für den Chinesen-Einstieg. Das würde einen bevorzugten Aktienverkauf mit sich bringen.

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault (zweiter von rechts) bei einem Peugeot-Werkbesuch in Dongfeng. Reuters

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault (zweiter von rechts) bei einem Peugeot-Werkbesuch in Dongfeng.

LondonDer Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Dongfeng und der französischen Regierung bei Peugeot wird immer wahrscheinlicher. Der Verwaltungsrat habe am Dienstag dem Vorhaben zugestimmt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach erwerben Dongfeng und Frankreich je rund ein Fünftel an dem Autobauer. Dies soll über einen bevorzugten Aktienverkauf und eine begleitende Bezugsrechte-Emission für Altaktionäre erfolgen. Der Preisnachlass werde bei etwa 40 Prozent auf den aktuellen Peugeot-Aktienkurs liegen. Das Papier war am Mittwoch bei 11,50 Euro aus dem Handel gegangen.

Die Verhandlungen über die Kapitalerhöhung im Umfang von 3,5 Milliarden Euro gingen jetzt in die letzte Runde, sagte die Person, die anonym bleiben wollte. Ein Peugeot-Sprecher und die französische Regierung lehnten eine Stellungnahme am Abend ab. Dongfeng war zunächst nicht erreichbar.

Seit Monaten laufen die Gespräche zwischen den Franzosen und den Chinesen. Peugeot und Dongfeng betreiben bereits das Joint-Venture DPCA in China. Durch einen Einstieg des Staates und Dongfengs würde die Gründer-Familie Peugeot deutlich an Macht verlieren und hätte nur noch 15 Prozent inne, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

Derzeit ist die Familie an der 1810 gegründeten Firma noch mit 25,4 Prozent beteiligt. Auch der Anteil des US-Autobauers General Motors von derzeit sieben Prozent würde deutlich verwässern.

Ziel des französischen Autobauers ist es, bis Anfang 2014 die Kapitalerhöhung über die Bühne zu bringen. Dem Renault -Rivalen mangelt es angesichts des massiven Nachfrage-Einbruchs an liquiden Mitteln. Vergangenes Jahr hatte das Unternehmen fünf Milliarden Euro Verlust eingefahren und wird nun bereits mit Staatshilfen im Umfang von sieben Milliarden Euro gestützt. Peugeot muss dringend Kosten einsparen, kommt allerdings nur schwerlich voran. Verteilt über zwei Jahre sollen 11.200 Stellen gestrichen werden.

Von

rtr

Kommentare (1)

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MichaelHug

12.12.2013, 10:05 Uhr

Die Vereinigten Französischen Autowerke Renault-Peugeot unter Staatsführung kommen! Wie sollte es auch anders sein. Ohne Staat geht nix im rückständigen Frankreich.

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