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15.02.2017

14:54 Uhr

Pfeiffer Vacuum

Pumpenhersteller lehnt Busch-Offerte ab

VonMartin-W. Buchenau

Pfeiffer Vacuum hat die Übernahmeofferte des Rivalen Busch als zu niedrig abgelehnt. Das Angebot spiegele nicht die Wachstumschancen der Branche wider. Geschäftlich läuft es bei dem Spezialpumpenhersteller sehr gut.

Der Pumpenhersteller empfindet das Angebot der Busch-Gruppe als zu niedrig. dpa

Pfeiffer Vacuum

Der Pumpenhersteller empfindet das Angebot der Busch-Gruppe als zu niedrig.

AßlarDer Pumpenspezialist Pfeiffer Vakuum wehrt sich gegen das Übernahmeangebot des badischen Konkurrenten Busch. „Aus heutiger Sicht wird der Vorstand von Pfeiffer Vacuum seinen Aktionären die Annahme des Angebots nicht empfehlen können“, sagte Vorstandschef Manfred Bender.

Die Offerte spiegle nicht den Wert und die Wachstumspotenziale wider. „Wir werden andere Optionen prüfen“, kündigte Bender. Welche das seien ließ er offen. Sie sollen jedoch die Aktionäre „in angemessener Weise an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens teilhaben lassen“. Bis zur offiziellen Stellungnahme kann sich der Vorstand des Vakuumpumpenherstellers noch bis zum 27. Februar Zeit lassen.

Busch bietet je Pfeiffer-Aktie 96,20 Euro. Das badische Familienunternehmen hält bereits knapp unter 30 Prozent der Pfeiffer-Aktien. Der Rest ist breit gestreut, aber es gibt einige institutionelle Investoren, die über drei Prozent der Aktien halten, darunter auch ein norwegischer Staatsfonds.

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Mit dem spektakulären Angebot für den Wettbewerber Pfeiffer Vacuum taucht das badische Familienunternehmen erstmals im Rampenlicht auf. Karl Busch und seine Ehefrau Ayhan führen die Firma mit harter Hand.

Mit dem Angebot, das einen Aufschlag von 12 Prozent auf den Drei-Monats-Durchschnittskurs bedeutet, wird Pfeiffer mit 949 Millionen Euro bewertet. Am Vormittag notierten die Titel weit über der Offerte bei einem Jahreshoch von 106 Euro. Bender kritisierte das Angebot als „auch mit Blick auf die von Busch selbst genannten Wachstumspotenziale in der Vakuumindustrie unangemessen“. Die Aktionäre haben bis zum 13. März Zeit, ihre Papiere der Gruppe anzudienen. Busch hatte im Januar angekündigt, seinen Anteil an Pfeiffer ausbauen zu wollen.

Mit dem spektakulären Übernahmeangebot für den Wettbewerber tauchte das badische Familienunternehmen erstmals im Rampenlicht auf. Die Familie äußerte sich nicht direkt zur ablehnenden Haltung des Pfeiffer-Managements. „Aber beide Unternehmen sollen auch künftig selbstständig am Markt auftreten“, betonte gestern eine Sprecherin der Busch-Gruppe. Auch die Börsennotierung soll erhalten bleiben. Busch verzichtet auf eine Mindestannahmeschwelle, wie auch schon aus den Angebotsunterlagen hervorgeht.

Es wird in der Branche nicht mit einer hohen Akzeptanz des Angebots gerechnet. Wenn Busch nach dem Angebot die Schwelle von 30 Prozent überschreitet, entfällt das sonst übliche Pflichtangebot. Dann kann das Familienunternehmen langfristig zukaufen, wann immer es die Gelegenheit für günstig hält.

Beim Übernahmeziel Pfeiffer laufen die Geschäfte unterdessen gut. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 474,2 Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebit) um zwölf Prozent auf 68 Millionen Euro, wie Pfeiffer-Chef Bender mitteilte. „Wir gehen davon aus, dass sich der positive Trend der vergangenen Monate zumindest in den ersten sechs Monaten 2017 fortsetzen wird.“

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