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21.01.2005

17:44 Uhr

Pfizer-Vorstand erwartet keine "dramatischen Entscheidungen“

Pfizer: Verkaufsstart von Onsenal noch offen

Pfizer Deutschland legt sich nicht fest, ob sein neues Darmpolypen-Mittel Onsenal schon 2005 auf den europäischen und deutschen Markt gebracht werden kann. Das Medikament muss erst noch zugelassen werden.

HB BERLIN. Es müsse zunächst das Bewertungsverfahren der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA zu den so genannten Cox-II-Hemmern abgewartet werden, sagte der Medizinische Direktor von Pfizer Deutschland, Friedemann Schwegler, am Freitag. Darüber hinaus seien die Zulassungsprozesse „nicht so gut zu prognostizieren, weil sie immer auch abhängig sind von den Zulassungsbehörden“. Er hoffe aber, dass das noch „in diesem Jahr klappen kann“. Bisher war erwartet worden, dass Onsenal in diesem Jahr in Europa auf den Markt kommt.

Onsenal gehört zur Medikamentenklasse der Cox-II-Hemmer. Derartige Medikamente sind unlängst weltweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem Studien für sie ein höheres Risiko für Herzkreislaufprobleme gezeigt hatten. Der US-Konzern Merck hatte sein Arthritismittel Vioxx 2004 daraufhin weltweit von Markt genommen. Die EU-Kommission hatte deshalb die EMEA mit einer Sicherheitsüberprüfung solcher Präparate beauftragt. Am Donnerstag teilte die Behörde mit, Pfizer werde Onsenal vorerst in Europa nicht auf den Markt bringen. Als Begründung gab sie an, es bestehe weiterer Klärungsbedarf hinsichtlich der Sicherheit der Medikamentenklasse.

Ergebnisse der EMEA-Überprüfung werden Schwegler zufolge zwischen Ende Februar und Mitte März erwartet. Er rechne aber nicht mit „dramatischen Entscheidungen“. Möglicherweise werde die Verbreitungsempfehlung für Onsenal konkretisiert. Onsenal werde sicher ein wichtiges Medikament werden, da auch viele Onkologen es für gut befänden.

Als positives Zeichen wertete er die jüngsten Äußerungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dessen kommissarischer Leiter Reinhard Kurth hatte gesagt, er halte eine Marktrücknahme der Coxibe - so werden Cox-II-Hemmer auch genannt - nach derzeitigem Kenntnisstand nicht für erforderlich.

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