Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.02.2017

10:27 Uhr

Pharma, Agrar, Chemie

Welche Sparte Bayer auf Touren bringt

VonBert Fröndhoff, Siegfried Hofmann

Bayer hat eine Rekordbilanz vorgelegt. Die Leverkusener profitierten dabei vor allem vom boomenden Pharmageschäft. In anderen Bereichen ist die Lage schwieriger. Die Sparten im Wachstums-Check.

Der Bayer-Chef kommt bei der Übernahme von Monsanto voran. dpa

Werner Baumann

Der Bayer-Chef kommt bei der Übernahme von Monsanto voran.

LeverkusenBayer hat das vergangene Jahr wie versprochen mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Vorstandschef Werner Baumann präsentiert eine stolze Bilanz: „Mit unserer operativen Performance haben wir ein neues Rekordniveau erreicht – und auch bei der vereinbarten Übernahme von Monsanto kommen wir gut voran", sagte Baumann.

Der Umsatz des Konzerns stieg leicht auf 46,8 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn legte um zehn Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zu. Den Aktionären soll eine um 20 Cent erhöhte Dividende von 2,70 Euro pro Aktie ausgezahlt werden.

Bayer steigert Gewinn: Baumann sieht sich bei Monsanto-Kauf auf Kurs

Bayer steigert Gewinn

Baumann sieht sich bei Monsanto-Kauf auf Kurs

Bayer hat im abgelaufenen Quartal seinen Betriebsgewinn um fast 14 Prozent gesteigert. Bei der Monsanto-Übernahme sieht sich Konzernchef Werner Baumann auf Kurs. Doch das eigene Agrarchemiegeschäft stagniert.

Für 2017 rechnet der Bayer-Chef mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung. „Wir haben allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken, und wir sind gut ins neue Geschäftsjahr gestartet“, sagt er. Der Konzernumsatz soll sich in diesem Jahr inklusive Covestro auf mehr als 49 Milliarden Euro erhöhen, was wechselkursbereinigt einem Zuwachs im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich entspricht. Das Ebitda vor Sondereinflüssen soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Bayer hat im Schlussquartal des abgelaufenen Geschäftsjahres nochmal zugelegt. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Prognosen der Analysten, die im Schnitt mit 2,03 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Im gesamten Jahr wurde das Bayer-Geschäft wieder einmal von der florierenden Pharmasparte angetrieben. Zudem profitierte der Konzern von dem Boom der ausgegliederten Kunststofftochter Covestro. Sie taucht noch vollständig in den Bayer-Ergebnissen auf. Schwieriger ist weiter die Lage im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten sowie in der Agrochemie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×