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20.06.2011

10:19 Uhr

Pharma

Bayer verlegt eine Arzneisparte nach China

VonFinn Mayer-Kuckuk

Bayer verlegt die Verwaltung für Hausarztmedikamente von Deutschland nach China. Nach Unternehmensangaben gehen dabei keine Stellen verloren.

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers. Quelle: dpa

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers.

PekingDer Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer verlegt die Leitung einer weiteren wichtigen Sparte nach China: Noch ab diesen Jahr soll die Verwaltung des Geschäfts mit Hausarztmedikamenten nach Peking umziehen. Zuvor war bereits die Entscheidung gefallen, die Leitung des Segments Polycarbonate nach Shanghai zu verlegen.

„Es handelt es sich um Geschäftseinheiten, für die das China- und Asiengeschäft besondere Bedeutung haben“, sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers am Montag in Peking. Er kündigte weiterhin großzügige Investitionen im Reich der Mitte an und bekräftige die Wachstumserwartungen des Konzerns für den dortigen Markt.

Die Geschäftseinheit „Primary Care“ stellt Arzneien her, die typischerweise der Hausarzt verschreibt, wie beispielsweise Antibiotika. Sie ist in der Pharmasparte des Konzerns angesiedelt. Der andere künftig von China aus verwaltete Bereich gehört dagegen zur Werkstoffsparte des Unternehmens. Polycarbonate sind Ausgangsstoffe für besonders harte Kunststoffe, wie sie unter anderem die Autoindustrie benötigt. Beide Geschäftszweige haben in den vergangenen Jahren in China ein besonders kräftiges Wachstum verzeichnet.

Mit der Verlegung ihrer Verwaltungssitze von Deutschland nach China ist nach Angaben des Unternehmens kein Arbeitsplatzverlust verbunden. Die entsprechenden Stellen seien am Heimatstandort nicht verloren gegangen, während in China laufend zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die Ansiedlung in Fernost erklärt Dekkers mit der Dynamik des dortigen Marktes. „China hat sich sehr aggressive Ziele gesetzt“, sagt der Bayer-Chef. "Es ist unglaublich, wie sich der Markt entwickelt."

Die Pharmasparte soll in China jedes Jahr rund ein Fünftel wachsen. Die Regierung lässt derzeit das Gesundheitssystem kräftig ausbauen. Immer mehr Menschen ziehen zudem in die Großstädte, wo ihnen Arztpraxen und Krankenhäuser auf hohem Niveau zur Verfügung stehen. Da auch China schnell altert, nimmt vor allem der Bedarf an Mittel gegen entsprechende Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Krebs schnell zu. China ist bereits jetzt der drittgrößte Pharmamarkt der Welt.

Kommentare (1)

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omegalicht

20.06.2011, 11:19 Uhr

Ökonomen halten viele Entwicklungen für möglich.
Soziologen und Umweltverbände fragen schon jetzt - wer für die Spätschäden bei Menschen und Umwelt aufkommt.
Feudale und pseudo - kommunistische Wirtschaftsstrukturen werden vom Großkapital seit Jahren gefördert.
Ich glaube nicht an lange Wachstums-Zeiträume in China.
Die Gesellschaft in China wird immer mehr verändert, wenige Menschen profitieren vom Wohlstand.
Die Geschichte der Industrie zeigt die Ergebnisse dieser Fehlspekulationen, ausgerichtet nur auf schnellen Profit und ohne echte gesellschaftliche und kulturelle Legitimation.
Vielleicht werden endlich die Verantwortlichen für diese Fehlentwicklungen belangt.
Als dann, gute Geschäfte ich China !

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