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12.01.2010

19:31 Uhr

Pharma

Hersteller Lonza schließt Werke

Der Schweizer Pharmaauftragshersteller Lonza schließt drei Standorte in Nordamerika und Großbritannien und nimmt dafür einen geringeren Gewinn für 2009 in Kauf. Der US-Pharmakonzern Pfizer hofft hingegen auf Milliardenumsätze.

Lonza will künftig das Geschäft in Asien stärken. dpa

Lonza will künftig das Geschäft in Asien stärken.

HB ZÜRICH/NEW YORK. Betroffen von der bei Lonza in diesem Jahr geplanten Maßnahme seien insgesamt 175 Mitarbeiter der Werke in Riverside (USA), Shawinigan (Kanada) und Wokingham (England), hieß es in einer Mitteilung vom Dienstagabend. Die Restrukturierungskosten in Höhe von 140 Millionen Franken sollten noch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 verbucht werden. Dadurch werde sich der operative Betriebsgewinn (Ebit) für 2009 schmälern, sagte ein Unternehmenssprecher zu Reuters. Lonza hatte für das Ebit bislang 360 bis 380 Millionen Franken in Aussicht gestellt.

Dagegen will Lonza das Geschäft in Asien stärken und in Zukunft vermehrt in die Produktion von reiferen, guteingeführten Produkten einsteigen. Genaue Angaben über das finanzielle Engagement in Asien wollte der Sprecher nicht machen.

Die Werksschließungen in Nordamerika und Europa folgten Lonzas Ankündigung vom vergangenen Oktober, das Unternehmen an die „volatilere Marktsituation anzupassen“ und Fixkosten in Höhe von 60 bis 80 Millionen Franken innerhalb der nächsten 18 bis 24 einzusparen, hieß es weiter. „Das Umstrukturierungsprojekt ist ein wesentlicher Bestandteil in unserem Bestreben, Lonza auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzubringen“, erklärte Konzernchef Stefan Borgas.

Insbesondere die Produktion in Riverside in Pennsylvania sei nach dem Wegfall von zwei bis drei großen Aufträgen nicht länger kostendeckend möglich gewesen, sagte der Lonza-Sprecher. Ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fallen wird die Pilot-Anlage für die chromfreie Vitamin-K3-Produktion im kanadischen Shawinigan. Die Kundschaft setze nach wie vor auf die weniger umweltfreundliche mit Chrom belastete Produktion, sagte der Sprecher.

Der US-Pharmakonzern Pfizer verspricht sich indes von der neuen Version seines Kinder-Impfstoffes Prevnar Milliardenumsätze. Pro Jahr will der Pharmakonzern 1,5 Milliarden Euro mit dem Impfen für Erwachsene einnehmen, sofern das Präparat für die Behandlung dieser Gruppe zugelassen wird. Prevnar 13 sei das eines der vielversprechendsten Produkte von Pfizer, sagte Martin Macckay, Präsident der Sparte Pharma Therapeutics am Dienstag auf einer Konferenz in San Francisco.

Pfizer wartet derzeit auf die Zulassung des neuen Impfstoffes, der gegen 13 Pneumokokkenstämme immunisieren soll. Das bislang eingesetzte Präparat wirkt gegen sieben Stämme und wird nur bei Kindern eingesetzt. Mit dem neuen Medikament sollen auch über 50-Jährige geimpft werden.

Prevnar in seiner Urversion ist seit 2000 auf dem Markt und gehört mit einem Umsatz von rund 3 Milliarden Dollar zu den wichtigsten Medikamenten des Unternehmens. Das Präparat war mit der Übernahme des Konkurrenten Wyeth in diesem Jahr in den Konzern gelangt. Prevnar schützt gegen Lungenentzündung und andere Krankheiten.

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