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31.05.2012

10:43 Uhr

Pharma-Konzern

Merck lagert Stellen nach Osteuropa aus

Heftige Umstrukturierungen bei Merck: Nachdem der Firmensitz nach Darmstadt verlegt und eine Vielzahl von Stellen gestrichen wurde, sollen nun 200 weitere in der Verwaltung nach Osteuropa verlagert werden.

FBei Merck hatte sich schon vorher einiges getan: Hier haben Anfang Mai Mitarbeiter gegen die Verlagerung der Firmenzentrale von Genf nach Darmstadt protestiert. Reuters

FBei Merck hatte sich schon vorher einiges getan: Hier haben Anfang Mai Mitarbeiter gegen die Verlagerung der Firmenzentrale von Genf nach Darmstadt protestiert.

FrankfurtDer Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA will im Zuge seines Sparprogramms rund 200 Verwaltungsstellen von der Firmenzentrale in Darmstadt nach Osteuropa verlagern. Dabei gehe es um Stellen in der Buchhaltung und in der Finanzdienstleistung, die zur Einheit Merck Shared Services Europe (MSSE) gehörten, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Darmstadt. Entsprechende Pläne für eine Verlagerung der Stellen ab 2013 seien in der vergangenen Woche vorgestellt worden.

Merck-Chef Karl-Ludwig Kley hatte für den Traditionskonzern ein umfassendes Sparprogramm in allen Weltregionen eingeleitet. Aktuell wird Land für Land mit dem Management und Arbeitnehmervertretern über die Einschnitte vor Ort verhandelt. Allein in der Pharmasparte Merck Serono sollen ab 2014 pro Jahr 300 Millionen Euro eingespart werden. Dabei soll die Zentrale der Schweizer Tochter Serono in Genf geschlossen und ein Großteil der Arbeitsplätze gestrichen oder verlagert werden. Die genaue Zahl, wie viele der weltweit gut 40.000 Konzern-Beschäftigten am Ende gehen müssen, ist noch nicht bekannt.

Über die Pläne zur Verlagerung der Verwaltungsstellen nach Osteuropa laufen dem Sprecher zufolge aktuell Gespräche mit den Mitarbeitervertretungen. Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor ähnlich berichtet. Wie viele andere Pharmakonzerne kämpft Merck mit den staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem und mit einem mageren Nachschub an neuen Medikamenten. Dazu kommt, dass asiatische Hersteller für zunehmende Konkurrenz im lukrativen Flüssigkristallgeschäft sorgen. Die Sparte hatte im Vorjahr noch Traum-Renditen abgeworfen.

Von

rtr

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