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29.03.2012

15:29 Uhr

Pharma-Produzent

2012 soll es für Stada bergauf gehen

Der Arzneimittelhersteller rechnet für dieses Jahr mit einer „sehr deutlichen Steigerung“ des Konzerngewinns. Zuvor steht allerdings ein Umbau in Serbien an. Denn in seinem wichtigen Auslandsmarkt hat Stada Probleme.

Arzneimittel-Produktion bei Stada im hessischen Bad Vilbel. dpa

Arzneimittel-Produktion bei Stada im hessischen Bad Vilbel.

FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Stada will mit einem Umbau des Vertriebs seine Probleme im wichtigen Auslandsmarkt Serbien lösen. Stada litt dort unter den Zahlungsschwierigkeiten klammer Großhändler, was dem Konzern zuletzt hohe Abschreibungen und Sonderlasten einbrockte. Der Gewinn des Bad Vilbeler Generikaproduzenten brach auch deshalb im vergangenen Jahr um 68 Prozent auf 22 Millionen Euro ein. Den Aktionären versprach Konzernchef Hartmut Retzlaff am Donnerstag in Frankfurt dennoch eine unveränderte Dividende von 37 Cent. Zudem stellte er für das laufende Jahr Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht. An der Börse kamen die Äußerungen gut an. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie gewann zeitweise zwei Prozent.

Aktuell spricht Stada mit der serbischen Regierung über die Zahlungsprobleme. „Wir sind weiter in laufenden, wirklich harten Verhandlungen“, sagte Finanzchef Helmut Kraft. Der Wahlkampf dort erschwere die Gespräche. Derweil baut Stada in dem Land dort das Direktgeschäft mit Apotheken und Gesundheitszentren aus und verlagert das Geschäft zu zahlungsfähigen Großhändlern. Für das laufende Jahr erwartet Konzernchef Retzlaff in Serbien ein Umsatzwachstum bei stabilen Gewinnmargen. Das erste Quartal werde dort aber schwächer ausfallen als im Vorjahr.

Durch den Ausbau des Auslandsgeschäfts vor allem in Osteuropa und die Stärkung seines Geschäfts mit Markenprodukten will der Konzern seine Abhängigkeit vom Kerngeschäft mit Nachahmermedikamenten in Deutschland reduzieren. Denn dort macht Stada der Spardruck im Gesundheitssystem zu schaffen. So ist Russland inzwischen der zweitwichtigste Markt für Stada.

Für den Gesamtkonzern stellte Retzlaff für dieses Jahr eine „klare Steigerung“ des Konzernumsatzes in Aussicht. Dazu sollen auch die jüngsten Zukäufe beitragen, etwa wie die Übernahme eines Pakets von Markenprodukten des Pharmaunternehmens Grünenthal sowie der Kauf des Schweizer Generika-Geschäfts der Spirig Healthcare. Das Geschäft mit Markenprodukten soll dieses Jahr stark wachsen - deren Anteil am Konzernumsatz soll weiter zunehmen. Seinen um Sondereinflüsse bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) will das unter anderem durch Produkte wie Grippostad und Ladival-Sonnencreme bekannte Unternehmen prozentual hoch einstellig ausbauen.

Der sich Kreisen zufolge anbahnende Zusammenschluss der Generika-Rivalen Actavis und Watson wird Retzlaff zufolge die Geschäfte von Stada nicht beeinträchtigen. Stada sehe keine nennenswerten Synergien zwischen Watson und Actavis in den west- und osteuropäischen Ländern, sagte der Manager. „Insofern sind wir hier sehr enntspannt.“ Nach Reuters-Informationen will Watson den kleineren Schweizer Konkurrenten Actavis für bis zu 5,5 Milliarden Euro übernehmen. Die Verhandlungen sind Kreisen zufolge weit fortgeschritten. Er sehe durch einen Zusammenschluss keine Beeinträchtigung der Position von Stada.

Dass Stada nun selbst zum Übernahmeziel werden könnte, sieht Retzlaff gelassen. „Auch da muss ich sagen, sind wir sehr entspannt“, sagte der Manager. Stada sei offen für jedes Gespräch. Es müsse jedoch für alle von Vorteil sein. „Aber es ist müßig sich den Kopf zu zerbrechen, solange nichts auf dem Tisch liegt.“ Stada erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Konzernumsatz von 1,72 Milliarden Euro - ein Plus von fünf Prozent. Im operativen Geschäft war 2011 das Ergebnis unter anderem wegen der Probleme in Serbien um 26 Prozent auf 120,1 Millionen Euro geschrumpft.

Von

rtr

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