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30.04.2014

17:18 Uhr

Pharma-Riese

GSK wird nach Rückgängen vorsichtiger

Der Umsatz ist im ersten Quartal deutlich zurückgegangen. Deswegen werden die Ziele des Pharmariesen Glaxosmithkline für das laufende Jahr vorsichtiger. Die Briten wollen sich auf mehrere Kernbereiche konzentrieren.

Der Umsatz des Pharma-Riesen GlaxoSmithKline ist im ersten Quartal gesunken. Reuters

Der Umsatz des Pharma-Riesen GlaxoSmithKline ist im ersten Quartal gesunken.

LondonGroßbritanniens führender Pharma-Konzern Glaxosmithkline (GSK) will sich vom Fusionsfieber in der Branche nicht anstecken lassen. GSK-Chef Andrew Witty machte am Mittwoch deutlich, dass er von Mega-Zusammenschlüssen wenig hält. Er bevorzuge zielgerichtete Deals wie Glaxos jüngst angekündigten Anteilstausch mit dem Schweizer Rivalen Novartis, sagte Witty.

In der Arzneimittelindustrie gibt es derzeit eine beispiellose Übernahmewelle. Unter anderem will der US-Pharmariese Pfizer den britischen Rivalen Astra Zeneca für rund 100 Milliarden Dollar schlucken. Dies wäre der größte Zukauf in der Geschichte der Branche. Auf die Frage, ob GSK als sogenannter Weißer Ritter ein Gegenangebot für Astra Zeneca erwäge, ging Witty in einer Telefon-Konferenz nicht direkt ein. „Wir fokussieren uns darauf sicherzustellen, dass unsere Organisation im Kerngeschäft in der Forschung und Entwicklung nicht abgelenkt wird“, sagte er lediglich.

GSK brachte erst kürzlich ein umfangreiches Anteilstausch-Geschäft mit Novartis auf den Weg. Glaxo übernimmt von den Schweizern deren Impfstoffgeschäft und gibt dafür seine Krebsarznei-Sparte an Novartis ab. Zudem bringen beide Konzerne ihre Geschäfte mit rezeptfreien Arzneien in ein Joint Venture ein, an dem GSK die Mehrheit halten wird. Glaxo will sich künftig auf die Kernbereiche Impfstoffe, Atemwegserkrankungen, Verbraucherprodukte und HIV-Medikamente konzentrieren.

Da momentan viele Arzneipatente auslaufen, beschränken sich auch andere Pharmakonzerne zunehmend auf wichtige Bereiche, in denen sie führende Positionen einnehmen. So lotet der französische Pharmariese Sanofi nach Reuters-Informationen den Verkauf von Geschäften mit älteren Medikamenten im Wert von sieben bis acht Milliarden Dollar aus. Bayer zählt nach früheren Informationen aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen zu den verbleibenden Bietern um das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten des US-Pharmariesen Merck & Co.

Einbußen zum Jahresstart

Im abgelaufenen Quartal musste GSK Einbußen hinnehmen. Der operative Gewinn brach um 18 Prozent ein auf 1,53 Milliarden Pfund (1,86 Milliarden Euro). Der Umsatz fiel um zehn Prozent auf 5,61 Milliarden Pfund. Das Management zeigte sich vorsichtiger. Der Umsatz werde im laufenden Jahr währungsbereinigt zulegen, kündigte GSK an, ohne ein konkretes Ziel zu nennen. Bislang hatte Witty ein Plus von zwei Prozent in Aussicht gestellt.

An der Börse kam der Jahresstart des Pharmariesen nicht gut an. Die GSK-Aktie büßte 2,5 Prozent ein.

Von

rtr

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