Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2011

10:30 Uhr

Pharma- und Spezialchemie

Merck prüft Trennung von Verbraucherprodukten

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck erwägt den Verkauf seiner Sparte für Verbraucherprodukte. Die Reaktion der Anleger auf die Überlegungen fällt eindeutig aus.

Karl-Ludwig Kley: Der Merck-Chef ist der Ansicht, dass die Sparte für Verbraucherprodukte im Weltmaßstab zu klein ist. Quelle: dpa

Karl-Ludwig Kley: Der Merck-Chef ist der Ansicht, dass die Sparte für Verbraucherprodukte im Weltmaßstab zu klein ist.

HB FRANKFURT. Zu dem Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten, Vitaminpräparaten und Erkältungsmitteln gehört unter anderem das bekannte Nasenspray Nasivin. "Ich schließe niemals irgendeine Option aus, die wirtschaftlich Sinn ergibt", sagte Merck-Chef Karl Ludwig-Kley in einem Interview der britischen "Financial Times". "Bei dem aktuellen Preisumfeld sehe ich nicht, dass wir Milliarden ausgeben könnten, um das Geschäft zu verdoppeln, damit es eine kritische Größe im Weltmaßstab erreicht."

Die Sparte Consumer Health Care hatte im Jahr 2009 einen Umsatz von 467 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von 48 Millionen Euro erwirtschaftet. Bislang hatte Merck vorgehabt, das Geschäft auch durch Zukäufe zu stärken. Damit sollte eine Balance geschaffen werden, um die Risiken des Pharmageschäfts etwas abzufedern. Käme es zu einem Verkauf der Verbraucherprodukte-Sparte, würde sich Merck im Arzneimittelgeschäft voll auf den forschungsgetriebenen Bereich mit rezeptpflichtigen Originalpräparaten konzentrieren. Zuletzt hatte Merck hier einige Entwicklungsrückschläge verkraften müssen.

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die Merck-Aktie lag am Montagmorgen gegen den Trend 0,8 Prozent im Plus. "Von Analysten ist das von Zeit zu Zeit schon mal gefordert worden. Wenn sie die Sparte tatsächlich verkaufen, wäre das positiv für den Kurs", erklärte ein Händler. Das Verbraucherprodukte-Geschäft stand 2009 für rund sechs Prozent des gesamten Konzernumsatzes von 7,75 Milliarden Euro.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×