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28.01.2010

12:43 Uhr

Pharmabranche

Astra-Zeneca muss weitere Stellen streichen

Astra-Zeneca setzt wegen des drohenden Patentverlustes für wichtige Produkte erneut den Rotstift an. Es würden weitere 8 000 Stellen zusätzlich zu den bereits bekanntgegebenen 15 000 wegfallen. Dabei weist der zweitgrößte britische Pharmakonzern gleichzeitig einen hohen Gewinn aus.

Astra-Zeneca muss sparen. ap

Astra-Zeneca muss sparen.

HB LONDON. Der zweitgrößte britische Pharmakonzern Astra-Zeneca stellt sich ungeachtet eines kräftigen Gewinnanstiegs 2009 wegen der drohenden Konkurrenz für Kernprodukte auf herausfordernde Zeiten ein: „2010 wird ein schwieriges Jahr werden. Der Umsatz wird durch Patentabläufe für Produkte wie Arimidex und Pulmicort in den USA belastet“, sagte Konzernchef David Brennan am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in London. In den kommenden vier Jahren sollen dem Rotstift weitere 8 000 Stellen zum Opfer fallen. Seit 2007 hat der Konzern bereits 12 600 Stellen der bisher eingeplanten 15 000 Stellen gestrichen.

Brennan betonte, dass die dadurch avisierten Milliardeneinsparungen zum Wachstum in den Schwellenländern eingesetzt werden sollen.Bereits heute kommen rund dreizehn Prozent des Konzernumsatzes aus den sogenannten „Emerging Marktes“.

An der Börse brachen die Astra-Zeneca-Titel bis zum frühen Nachmittag um mehr als drei Prozent ein und waren damit Schlusslicht im britischen Leitindex FTSE-100. Für den Konzern arbeiten derzeit mehr als 65 000 Mitarbeiter, davon 1 300 in Wedel (Schleswig-Holstein).

Der Standort in Plankstadt wurde vor zwei Jahren verkauft. In welchen Ländern die Jobs wegfallen sollen, ließ der Vorstand in einer Telefonkonferenz offen. Bereits bei Vorlage der Bilanz für 2008 hatte AstraZeneca die Marktteilnehmer enttäuscht.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Brennan wegen auslaufender Patentrechte auf dem weltweit größten Pharmamarkt - den USA - mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich. Für 2010 wird ein Gewinn pro Aktie vor Sonderposten (Core-EPS) von 5,75 bis 6,15 Dollar nach den 2009 erzielten 6,32 Dollar in Aussicht gestellt.

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