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29.01.2009

16:20 Uhr

Pharmabranche

Eli Lilly in den roten Zahlen

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly steht mit einen schlechten Bilanz da. Grund: eine teure Übernahme. Die hat Eli Lilly jetzt einen Milliardenverlust eingebracht.

Ein Medikament von Eli Lilly. Foto: ap ap

Ein Medikament von Eli Lilly. Foto: ap

HB INDIANAPOLIS. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly ist im abgelaufenen vierten Quartal wegen der Übernahme des Biotechnologie-Unternehmens ImClone Systems in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich sei ein Verlust von 3,629 Mrd. Dollar (2,742 Mrd. Euro) oder ein Minus von 3,31 Dollar pro Aktie angefallen, teilte Eli Lilly am Donnerstag in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres war noch ein Gewinn von 854,4 Mio. Dollar angefallen. Der Umsatz stagnierte im Schlussquartal mit 5,210 Mrd. Dollar auf dem Niveau des Vorjahres.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Konzernchef John C. Lechleiter ein Ergebnis pro Aktie (EPS) in einer Spanne von 4,00 bis 4,25 Dollar. Ohne die Kosten für ImClone will der Konzern 2009 ein Ergebnis je Aktie von 4,35 bis 4,55 Dollar erwirtschaften. Für 2008 berichtete Eli Lilly über einen Umsatzanstieg von neun Prozent auf 20,378 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 20,6 Mrd. Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 4,00 Dollar gerechnet, während der Konzern vor Sonderposten 4,02 Dollar je Aktie auswies. Im Schlussquartal 2008 habe das Ergebnis pro Aktie 1,07 Dollar betragen. Damit übertraf Lilly die Erwartungen der Analysten von 1,05 Dollar.

Lilly hatte unlängst den 6,5 Mrd. Dollar teuren Zukauf von ImClone unter Dach und Fach gebracht. Mit seiner Offerte für die Biotechfirma hatte der Konzern den US-Konkurrenten Bristol-Myers Squibb ausgestochen, der zusammen mit ImClone das lukrative Krebsmittel Erbitux vermarktet.

2008 musste Eli Lilly im Zusammenhang mit früheren Vermarktungspraktiken für das Schizophrenie-Mittel Zyprexa eine Strafe in Höhe von 1,415 Mrd. Dollar zahlen. Analysten bezeichneten die Zahlung als eine der höchsten, die ein Pharmaunternehmen im Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten jemals gezahlt hat. Der weltweite Umsatz des umsatzstärksten Produktes Zyprexa fiel 2008 um 1 Prozent auf 4,696 Mrd. Dollar. Zyprexa verliert im Herbst 2011 den lukrativen Patentschutz in den USA.

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