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22.01.2007

21:30 Uhr

Pharmabranche

Rekordgewinn und harte Einschnitte bei Pfizer

VonSiegfried Hofmann

10 000 Stellen sollen wegfallen: Der Pharmariese Pfizer nutzt seinen Rekordgewinn für ein neues Sparprogramm. Der Sonderertrag aus dem Verkauf der Konsum-Sparte gibt Rückhalt für den Umbau des Pharmariesen. Auch der Standort Deutschland bleibt offenbar nicht verschont – Pfizer will sein Werk in Feucht bei Nürnberg verkaufen.

Pfizer: Ein Zehntel der gesamten Belegschaft soll bald gehen.

Pfizer: Ein Zehntel der gesamten Belegschaft soll bald gehen.

FRANKFURT. Mit einem Ertragssprung um mehr als 100 Prozent und einem Rekordgewinn von 19 Mrd. Dollar im Rücken startet der US-Pharmakonzern Pfizer in eine Phase des Umbaus und der beschleunigten Kostensenkung.

Der starke Anstieg des Nettogewinns im vierten Quartal wie auch im Gesamtjahr 2006 geht maßgeblich auf den Verkauf der Sparte Consumer Health zurück, für die der US-Konkurrent Johnson & Johnson im Dezember 16,6 Mrd. Dollar an Pfizer überwiesen hat. Bereinigt um diesen Effekt sowie um diverse andere Sonderfaktoren errechnet sich laut Pfizer noch ein Anstieg des Nettogewinns um vier Prozent auf knapp 15 Mrd. Dollar im Gesamtjahr. Im vierten Quartal alleine lag der bereinigte Gewinn allerdings um knapp ein Sechstel unter Vorjahresniveau, während der Umsatz nur noch stagnierte.

Der führende Pharmahersteller der Welt lieferte damit Zahlen ab, die weitgehend den eigenen Prognosen und den Schätzungen der Analysten entsprachen. Die Daten für das vierte Quartal alleine lagen sogar leicht über der Konsensus-Schätzung. Und die operative Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Punkte.

Dessen ungeachtet stehen beim Branchenprimus neue Einschnitte und Umbauten bevor. „Wir überprüfen jeden Aspekt unseres Geschäfts“, erklärte Firmenchef Jeffrey Kindler, der im Sommer seinen glücklosen Vorgänger Hank McKinnell abgelöst hatte. Doch gehen Fachleute aus der Branche davon aus, dass unter anderem deutliche Einschnitte in den europäischen Vertriebs-Strukturen bevorstehen. Bereits vor wenigen Wochen kündigte Pfizer an, die amerikanischen Außendienstmannschaften um ein Fünftel zu verkleinern.

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