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19.01.2009

15:53 Uhr

Pharmabranche

Roche: Mega-Deal in der Pipeline

VonSiegfried Hofmann

Wenn alles nach Plan läuft, wird der Baseler Roche-Konzern in diesem Jahr eine der größten M&A-Transaktionen durchziehen. Für 89 Dollar je Aktie will der Pharmariese die restlichen 46 Prozent an seiner amerikanischen Mehrheitsbeteiligung Genentech erwerben und damit seine Position im Bereich der Biotechnologie weiter festigen.

Roche-Zentrale in Basel: Die Übernahme von Genentech wird für den Pharmakonzern teurer als erwartet. Foto: ap Quelle: ap

Roche-Zentrale in Basel: Die Übernahme von Genentech wird für den Pharmakonzern teurer als erwartet. Foto: ap

DÜSSELDORF. Auf dem Weg dahin muss Roche-Chef Severin Schwan freilich noch immer zwei wichtige Hürden meistern. Zum einen hat Roche nach wie vor noch keine Einigung mit dem Management von Genentech erzielt, das eine Komplett-Übernahme bislang ablehnt. Zum anderen verfügt der Konzern nach Informationen aus Finanzkreisen nach wie vor noch nicht über feste Finanzierungsvereinbarungen für einen solchen Deal. Es geht immerhin um die größte Cash-Transaktion in der Geschichte der Pharmabranche.

Das Roche-Management zeigt sich dessen ungeachtet zuversichtlich. Auch der Kapitalmarkt scheint inzwischen wieder an den Deal zu glauben. Die Genentech-Aktie hat sich wieder dem Angebotspreis der Schweizer angenähert, während sie angesichts großer Zweifel im Herbst noch unter 80 Dollar notierte.

Agenturberichten zufolge nähern sich die beiden Parteien einer Einigung auf Basis eines Kaufpreises von 94 Dollar, womit sich für Roche die Übernahme noch um einige Mrd. Dollar verteuern würde. Die Finanzierung wird zu einem interessanten Lackmustest für die Bereitschaft der Banken und des Finanzmarktes, große Transaktionen zu tragen.

Die hochprofitable Roche-Gruppe gehört zu den wenigen Adressen, die sich einen solchen Kraftakt überhaupt zutrauen können. Der Pharmariese befindet sich operativ und strategisch in hervorragender Verfassung, dürfte mehr als sechs Mrd. Dollar freien Cash-flow pro Jahr erwirtschaften und verfügte zur Jahresmitte 2008 über rund zehn Mrd. Dollar Netto-Liquidität. Die Aufnahme von mehr als 30 Mrd. Dollar an Krediten erscheint vor diesem Hintergrund zumindest nicht utopisch.

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