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24.07.2012

13:37 Uhr

Pharmahändler

Celesio forciert Umbau mit Verkauf

Celesio forciert seinen Konzernumbau und verkauft seine Logistiktochter für eine unerwartet hohe Summe. Und noch ist der Ausverkauf nicht zu Ende: Der Stuttgarter Pharmahändler will weitere Geschäftsbereiche veräußern.

Für rund 130 Millionen Euro hat sich Celesio von Logistiktochter Movianto getrennt. dapd

Für rund 130 Millionen Euro hat sich Celesio von Logistiktochter Movianto getrennt.

FrankfurtDer Stuttgarter Pharmahändler Celesio drückt beim Konzernumbau aufs Tempo. Seine Logistiktochter Movianto will das Unternehmen jetzt für rund 130 Millionen Euro an den US-Medizinprodukte-Großhändler Owens & Minor verkaufen, wie Celesio in der Nacht zum Dienstag mitteilte. „Wir sind dabei, die Veräußerung von Movianto schneller als geplant umzusetzen“, erklärte Celesio-Chef Markus Pinger. Der Schritt ist Teil der strategischen Neuausrichtung, mit der Pinger das Traditionsunternehmen wieder stärker auf die angestammten Kerngeschäfte Pharmahandel und Apotheken fokussieren will.

Analysten äußerten sich positiv. „Das Transaktionsvolumen ist überraschend hoch. Wir hätten eher einen Verkaufspreis von rund 100 Millionen Euro erwartet“, kommentierte die DZ Bank.

Movianto ist ein Speziallogistiker für die Pharma- und Biotech-Branche, der unter anderem Lagerhaltung, Transport und Kühlkettendienste bis hin zu Verpackung und Etikettierung anbietet. Das Unternehmen ist europaweit tätig und hat 1800 Vollzeit-Beschäftigte. Movianto gehörte seit 2004 zum Celesio-Konzern. Der neue Eigentümer von Movianto, Owens & Minor, nutzt den Zukauf für seinen Einstieg in den europäischen Markt. Celesio zufolge wollen die Amerikaner die Logistik-Zentren erhalten und die Movianto-Beschäftigten übernehmen.

Die Logistik-Tochter ist einer von drei Geschäftsbereichen, die Celesio-Chef Pinger im Zuge seines Strategieschwenks ins Schaufenster gestellt hat. Auch der Pharmareferenten-Vermittler Pharmexx mit Sitz im baden-württembergischen Hirschberg steht zum Verkauf. Mit Movianto und Pharmexx wollte sich Celesio neue Geschäfte mit Dienstleistungen für die Pharmabranche erschließen. Doch alle Versuche, jenseits des Kerngeschäfts zu wachsen, schlugen fehl und Celesio musste zuletzt hohe Abschreibungen auf Pharmexx vornehmen. Die Abschreibungen waren mit einen Grund, weshalb Celesio im ersten Quartal Verluste schrieb.

Auch von der 2007 erworbenen Online-Versandapotheke DocMorris will sich Celesio trennen. Mit dem Kauf der Internet-Apotheke im Jahr 2007 hatte Celesio zeitweise seine Apothekenkunden gegen sich aufgebracht. Vor zwei Monaten hatte Pinger gesagt, für alle drei Unternehmen gebe es konkrete Angebote sowohl von Unternehmen aus der Branche als auch von Finanzinvestoren. Manche Prozesse seien weiter fortgeschritten. Celesio will nach früheren Angaben die Verkäufe bis Jahresende oder Anfang 2013 unter Dach und Fach haben.

Von

rtr

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