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03.07.2013

19:50 Uhr

Pharmahändler

Celesio setzt Chef Markus Pinger vor die Tür

Nicht einmal zwei Jahre war er Celesio-Chef, nun muss Markus Pinger seinen Hut nehmen. Nach einem Streit übernimmt Finanzchefin Helmes kommissarisch seine Aufgaben. An der Börse löste das heftige Kursreaktionen aus.

Nicht lange war Markus Pinger Celesio-Chef – nach einem Streit muss er nun gehen. dpa

Nicht lange war Markus Pinger Celesio-Chef – nach einem Streit muss er nun gehen.

FrankfurtPaukenschlag beim Pharmahändler Celesio : Konzernchef Markus Pinger muss nach nicht einmal zwei Jahren gehen. Der Aufsichtsrat habe Pinger mit sofortiger Wirkung abberufen, teilte der Stuttgarter Pharmahändler am Mittwoch überraschend mit.

„Die Trennung erfolgte aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Führung des Unternehmens“, erklärte Celesio. Seine Aufgaben soll Finanzchefin Marion Helmes kommissarisch übernehmen. Pinger habe sich mit der Führung des Mutterkonzerns Haniel überworfen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. An der Börse löste die Nachricht heftige Kursreaktionen aus: Die im Nebenwerteindex MDax notierte Celesio-Aktie büßte fast sieben Prozent auf 16,48 Euro ein.

„Der Celesio-Aufsichtsrat dankt Markus Pinger für seine im Vorstand geleistete Arbeit“, erklärte Aufsichtsratschef Stephan Gemkow knapp, der auch den Mutterkonzern Haniel leitet. Pinger lotete den Kreisen zufolge zuletzt eine umfassende Partnerschaft mit den US-Konkurrenten McKesson und Cardinal Health aus, die auch eine Beteiligung an Celesio einschließen könnte. Die Ablösung sei erfolgt, weil es zwischen Haniel- und Celesio-Aufsichtsratschef Gemkow und Pinger zum Zerwürfnis gekommen sei, sagten die zwei Insider.

Dabei sei es unter anderem um die künftige strategische Aufstellung gegangen und wer dabei in Verhandlungen die Weichen stellen solle. Auslöser des Streits sei auch ein Konflikt um die interne Führung von Celesio gewesen, hieß es an anderer Stelle. Der überraschende Weggang zweier Führungskräfte im Vertrieb bei der deutschen Großhandelstochter Gehe habe für Unruhe gesorgt. Zuletzt sei der Konflikt zwischen Pinger und Gemkow eskaliert.

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Celesio wollte sich dazu nicht äußern. Der Mischkonzern Haniel erklärte lediglich, das Familienunternehmen stehe hinter der Entscheidung des Celesio-Aufsichtsrats. Haniel hält aktuell 50,01 Prozent an den Stuttgartern. Im November hatte der Konzern seine Beteiligung an Celesio etwas reduziert. Vorher hatte Haniel noch mehr als 54 Prozent der Celesio-Anteile gehalten. Manche Analysten rechnen nun nicht mehr mit einer weiteren Verringerung der Beteiligung.

„Die heutige Nachricht legt nahe, dass Haniel nicht bereit ist, seinen 50,01-prozentigen Anteil weiter abzubauen“, kommentierte DZ-Bank-Analyst Thomas Maul den Abgang von Pinger. Sollte die Beteiligung unter 50 Prozent sinken, könne Celesio nicht mehr komplett in der Bilanz aufgeführt werden. Dies würde ein großes Ungleichgewicht im Beteiligungsbestand von Haniel bewirken.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.07.2013, 21:52 Uhr

Da haben die nur drei im Vorstand und es tatsächlich geschafft, den Erfolgreicheren auszutauschen.

War es nicht gerade der Vertrieb, der immer noch nicht richtig aufgestellt worden ist? Und wo wichtige Leute aus der zweiten Reihe konsequenterweise von sich aus gegangen sind?

Daneben hilft eine tiefere Analyse der früheren beruflichen Erfolge der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Die haben den Falschen geschasst. Stümperhaft.

Ehr-Lich

04.07.2013, 18:50 Uhr

XX

Ehr-Lich

04.07.2013, 21:29 Uhr

Ich gebe mir Mühe, die Netiquette zu beachten, gleichwohl ich das Vorbild an Fairness in den ‚oberen Etagen‘ vermisse und Gefahr laufe, höflich, von Intrigen und „linken Touren“ zu sprechen.

Was ist es doch für ein großes Glück, eine Führung zu haben, die ehrlich und aufrichtig den Blick auf die Entwicklung und Zukunft der Firma hat, ohne dabei denselbigen für die Mitarbeiter zu verlieren.

Was für ein großes Glück, eine Führung zu haben, die zum Wohl der Firma Konflikte, Schläge und schlechte Presse in Kauf nimmt, um gradlinig und überzeugt Entscheidungen zu treffen, die der Firma nutzen, nur leider nicht immer populär sind.

Was für ein Glück, fast 2 Jahre miterleben zu dürfen, dass es jemand GUT macht und dank seines konservativen Wertekostüms noch Ja sagt und auch Ja meint.

Was für eine ungemeine Dummheit, ausgerechnet diese Person vor die Tür zu setzen.

Zurück bleiben Aalglatt, Eiskalt und Gekränktes Ego.
Auch das wird funktionieren.
Viel Erfolg mit der neuen Führung.

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