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28.10.2014

11:00 Uhr

Pharmahändler unter Druck

Celesio senkt die Jahresprognose

Die Pharmahändler überbieten sich mit Rabatten, die Gewinnmargen sinken auch bei den Wettbewerbern. Der Pharmahändler Celesio bekommt die Entwicklung zu spüren. Dabei soll der Umsatz 2014 noch zulegen.

Der kalifornische Pharmagroßhändler McKesson hat Celesio zu Jahresbeginn im zweiten Anlauf übernommen. Reuters

Der kalifornische Pharmagroßhändler McKesson hat Celesio zu Jahresbeginn im zweiten Anlauf übernommen.

FrankfurtDer anhaltende Wettbewerb um die Gunst der Apotheken in Deutschland und schwierige Marktverhältnisse in Frankreich und Brasilien machen dem Pharmahändler Celesio zu schaffen. Das Stuttgarter Unternehmen senkte am Dienstag seine Prognose für das Gesamtjahr. Statt eines leichten Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns (Ebit) erwartet die zum US-Konzern McKesson gehörende Gesellschaft nun einen leichten Gewinnrückgang. Beim Umsatz rechnet Celesio hingegen mit einem prozentual niedrigen einstelligen Zuwachs.

„Für das vierte Quartal erwarten wir weiterhin Gegenwind aufgrund des anhaltend ungünstigen Umfelds in Deutschland, Frankreich und Brasilien“, erklärte Celesio-Chef Marc Owen bei der Vorlage des Zwischenberichts für das dritte Quartal. In Deutschland tobt seit mittlerweile fast zwei Jahren ein harter Konkurrenzkampf im Apothekengeschäft. Die Pharmahändler überbieten sich mit Rabatten, die Gewinnmargen sinken auch bei den Wettbewerbern. Dazu kommen ein schrumpfender Markt in Frankreich und Wertberichtigungen im Brasilien.

Celesio hatte die langfristigen Gewinnaussichten im brasilianisch Großhandelsgeschäft schlechter bewertet und Firmenwerte abgeschrieben. Calesio war mit der Übernahme des brasilianischen Pharmahändlers Panpharma zum führenden Pharmagroßhändler in dem Land aufgestiegen.

Der kalifornische Pharmagroßhändler McKesson hatte Celesio zu Jahresbeginn im zweiten Anlauf übernommen. Mit der mehr als sechs Milliarden Euro teuren Übernahme wurde McKesson einer der führenden Pharmahändler in Europa. Der Konzern aus San Francisco hielt Ende September rund 76 Prozent an Celesio. Aktuell stehe die Eingliederung des Unternehmens in die Konzernstrukturen von McKesson ganz oben auf der Tagesordnung, erklärte Celesio-Chef Owen. Im kommenden Jahr soll der Ausbau des europäischen Apothekennetzes dem Unternehmen mehr Schub geben und zu stärkerem Wachstum führen, wie Owen sagte.

Die größten Pharmahändler in Deutschland

Platz 6 – Diverse

Knapp neun Prozent des deutschen Marktes verteilen sich auf diverse Händler.

Platz 3 – Sanacorp

Der Sanacorp Pharmahandel hat ihren Sitz in Planegg. Das Unternehmen ging aus zwei genossenschaftlich organisierten Pharmagroßhandlungen hervor. Sanacorp kommt auf einen Marktanteil in Deutschland von rund 16 Prozent.

Platz 3 – Alliance Healthcare

Alliance Healthcare gehört zum Unternehmen Walgreens Boots Alliance. Die Briten nahmen den Großhändler mit Sitz in Frankfurt Anfang 2013 von der Börse. Seit dem April 2013 trägt die Firma ihren neuen Namen, zuvor hieß Alliance Healthcare Andreae-Noris Zahn. Der Marktanteil beträgt ebenfalls etwa 16 Prozent.

Platz 3 – Celesio

Celesio (ehemals Gehe) gehört seit 2014 zum US-Konzern McKesson und ist in Deutschland die Nummer drei unter den Pharmagroßhändlern. Die Stuttgarter kommen hierzulande auf einen Marktanteil von etwa 16 Prozent.

Platz 2 – Noweda

Noweda mit Sitz in Essen ist eine Genossenschaft. Das Unternehmen gehört mehr als 8000 Apothekern. Noweda bringt es auf einen Marktanteil rund 17 Prozent.

Platz 1 – Phoenix

Phoenix ist der größte Pharmahändler in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Mannheim gehört zur Merckle-Gruppe. Der Marktanteil beträgt rund 27 Prozent.

Stand: September 2016, Quelle: Handelsblatt-Recherche

Im dritten Quartal baute Celesio seinen Umsatz um gut fünf Prozent auf 5,53 Milliarden Euro aus. Vor allem in Norwegen und im für Celesio besonders wichtigen Auslandsmarkt Großbritannien lief es für Celesio rund. Der Überschuss kletterte auf 52,3 Millionen Euro von 34,8 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) im Zeitraum Juli bis September nahm um etwas mehr als neun Prozent auf 119,6 Millionen Euro zu. In den ersten neun Monaten betrug das Plus aber gerade einmal 2,1 Prozent auf 318,7 Millionen Euro.

Von

rtr

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