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25.07.2012

11:22 Uhr

Pharmahersteller Lonza

Milliarden-Kauf zahlt sich aus

Der Gewinn des Pharmaherstellers Lonza ist besser als von den Analysten erwartet. Der Halbjahresgewinn sinkt um drei Prozent auf 94 Millionen Franken, wohingegen der Umsatz um 65 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro steigt.

„Wir sind voll auf Kurs“, meint der Chef des Pharmakonzerns Lonza Richard Ridinger. dpa

„Wir sind voll auf Kurs“, meint der Chef des Pharmakonzerns Lonza Richard Ridinger.

ZÜrichFür den Schweizer Pharma-Auftragshersteller Lonza hat sich der mehr als eine Milliarde Franken teure Kauf des US-Konzerns Arch Chemicals ausgezahlt. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um knapp 65 Prozent auf 1,964 Milliarden Franken (1,6 Milliarden Euro). Der Reingewinn sank nach Firmenangaben vom Mittwoch zwar um drei Prozent auf 94 Millionen Franken, war damit aber deutlich höher als von Analysten erwartet. Die Integration des vor einem Jahr übernommenen Arch-Geschäfts gehe schneller als geplant. "Wir sind voll auf Kurs", sagte der neue Konzernchef Richard Ridinger.

Mit der Übernahme schuf sich die bisher weitgehend auf die Auftragsherstellung etwa für den Pharmakonzern Novartis konzentrierte Lonza-Gruppe ein zweites Standbein und erreichte eine führende Stellung im Markt für Wirkstoffe gegen schädliche Organismen. Dabei geht es um Hygiene- und Desinfektionsmittel etwa für den Gesundheitsbereich oder zur Wasserbehandlung. Lonza zahlte für Arch 1,2 Milliarden Dollar in bar und übernahm Verbindlichkeiten der Amerikaner. Zur Jahresmitte lagen die Schulden mit 2,53 Milliarden Franken leicht über dem Eigenkapital. Die Refinanzierung der Überbrückungskredite laufe planmäßig, die Kreditauflagen der Banken würden nicht angekratzt, erklärte Finanzchef Toralf Haag.

Der seit dem 1. Mai amtierende Konzernchef Ridinger bestätigte die Ergebnisprognose. Demnach soll der Betriebsgewinn, der 2011 bei 292 Millionen Franken lag, um zehn bis 15 Prozent steigen. Sein Vorgänger Stefan Borgas war im Januar gefeuert worden, weil er nach den Worten von Lonza-Präsident Rolf Soiron die Erwartungen nicht erfüllte. Im ersten Halbjahr stieg der Betriebsgewinn um 24 Prozent auf 168 Millionen Franken. Der Kerngewinn, der Sonderfaktoren außer Acht lässt, verbesserte sich um 17 Prozent auf 125 Millionen Franken. "Ein starkes Halbjahr", hieß es in einem Aktienkommentar der UBS.

Analysten hatten mit einem Umsatz von 1,76 Milliarden Franken und einem Gewinn von 69 Millionen Franken gerechnet. Die Lonza-Aktie notierte kurz nach Handelsstart knapp sechs Prozent höher.

Von

rtr

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