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30.11.2012

19:45 Uhr

Pharmaindustrie

Teva will bis zu zwei Milliarden Dollar einsparen

Der israelische Pharmakonzern will seine Kosten reduzieren. Nicht nur bei Einkauf und Lagerhaltung soll gespart werden – auch Forschungsprojekte stehen vor dem Aus.

Der israelische Konzern Teva will sparen. dpa

Der israelische Konzern Teva will sparen.

New YorkDer weltgrößte Generika-Hersteller Teva will mit einem umfassenden Konzernumbau seine Schlagkraft erhöhen. Die Rosskur umfasst neben der Straffung von Einkauf und Lagerhaltung auch den Stopp verschiedener Forschungs-Projekte, wie der israelische Konzern am Freitag mitteilte. Mit dem Sparkurs will Teva seine Kosten um 1,5 bis zwei Milliarden Dollar drücken. Den größten Teil der Einsparungen will der Konzern schon innerhalb von drei Jahren erzielen, den Rest dann in den zwei Folgejahren. „Teva wird künftig wie ein ganz anderes Unternehmen ausschauen“, sagte Konzernchef Jeremy Levin, der seit Mai die Geschicke des Arzneimittelherstellers lenkt, in einer Telefonkonferenz. Alle Geschäfte sollen zu den Einsparungen beitragen.

In den vergangenen Jahren war Teva durch mehrere Milliardenübernahmen stark gewachsen und wurde auf diese Weise die weltweite Nummer Eins der Generikabranche vor der Novartis-Tochter Sandoz. 2005 wurde der US-Rivale Ivax für 7,4 Milliarden Dollar geschluckt, drei Jahre später folgte für 7,5 Milliarden Dollar der US-Konkurrent Barr Pharmaceutical. Seine Spitzenposition in der Branche hatte Teva 2010 weiter ausgebaut, als er sich hierzulande für rund 3,8 Milliarden Euro den Ulmer Generika-Hersteller Ratiopharm einverleibte. Im vergangenen Jahr kaufte Teva dann für 6,5 Milliarden Dollar die US-Spezialpharmazeutika-Firma Cephalon. Doch mit Großübernahmen soll nun erst einmal Schluss sein. Teva-Chef Levin will die Geschäfte vor allem durch gezielte Zukäufe in einzelnen Kerntherapiefeldern wie Nervenkrankheiten und Atemwegsleiden ergänzen.

Teva legte am Freitag zudem einen Geschäftsausblick für das kommende Jahr vor, der aber unter den Analystenerwartungen blieb. 2013 peilt der Konzern einen bereinigten Gewinn von 4,85 bis 5,15 Dollar je Aktie an. Analysten hatten Teva für 2013 hingegen 5,71 Dollar je Anteilsschein zugetraut. Teva steuert im nächsten Jahr Umsätze von 19,5 bis 20,5 Milliarden Dollar an. Auch hier hatten Analysten mit 20,85 Milliarden Dollar mehr erwartet. Generika sollen zwischen 10,3 und 10,7 Milliarden Dollar zu den Konzernerlösen beisteuern - Markenmedikamente dagegen 7,6 bis 8,0 Milliarden Dollar. Mit seinem Multiple-Sklerose-Präparat Copaxone, das im Wettbewerb mit den Präparaten Betaferon von Bayer und Rebif von Merck steht, will Teva 3,7 bis 3,9 Milliarden Dollar Umsatz erzielen.

Von

rtr

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