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21.12.2015

15:10 Uhr

Pharmaindustrie

Viele neue Krebsmedikamente auf dem Markt

VonMaike Telgheder

Hoffnung für viele Krebspatienten: 2015 sind in Deutschland gleich 13 neue Medikamente gegen Tumorerkrankungen auf den Markt gekommen. Überhaupt war die Branche mit Neueinführungen überdurchschnittlich erfolgreich.

Die forschenden Pharmakonzerne waren in diesem Jahr überdurchschnittlich erfolgreich. dpa

Neue Medikamente

Die forschenden Pharmakonzerne waren in diesem Jahr überdurchschnittlich erfolgreich.

FrankfurtGleich drei Dutzend neue Medikamente sind in diesem Jahr Deutschland zugelassen worden, davon mehr als ein Drittel gegen Krebserkrankungen. Das zeigt die aktuelle Statistik des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa). Mit den insgesamt 36 neuen Wirkstoffen steht die Zulassungsbilanz der Industrie in diesem Jahr erneut deutlich besser da als im langjährigen Mittel: Seit 1988 wurden pro Jahr durchschnittlich 29 neue Wirkstoffe zugelassen. Absolutes Rekordjahr war 2014, in dem insgesamt 49 neue Wirkstoffe in Deutschland auf den Markt kamen.

Dass sich die Erfolgsbilanz der Pharmaindustrie seit zwei Jahren deutlich verbessert hat, liegt an verschiedenen Faktoren. Grundsätzlich haben die Fortschritte in der genetischen Analyse etwa von Tumorzellen in den vergangenen Jahren das Wissen über Signalwege und Wirkmechanismen in der Zelle massiv erhöht. Dann haben Unternehmen ihre Forschung gezielter auf erfolgsversprechende Wirkstoffe ausgerichtet und sich bei Design und Ausführung ihrer Studien den gestiegenen Anforderungen der Zulassungsbehörden angepasst.

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Dennoch bleibt die Entwicklung neuer Wirkstoffe ein hochriskantes Geschäft. Als Faustregel gilt in der Branche, dass es von neun Medikamentenkandidaten, die in der ersten klinischen Erprobungsphase am Menschen getestet werden, nur ein Wirkstoff auch hinterher tatsächlich auf den Markt schafft. Und damit diese neun Medikamente überhaupt in die klinische Erprobung gelangen konnten, wurden im Vorfeld zwischen 5000 bis 10.000 Substanzen durchleuchtet.

Gleich 13 Medikamente wurden in diesem Jahr neu für die Krebstherapie zugelassen, davon jeweils drei gegen den Knochenkrebs Multiples Myelom und den nichtkleinzelligen Lungenkrebs, zwei gegen fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebs. Mit den neuen Mitteln wurden die Möglichkeiten erweitert, das körpereigene Immunsystem gegen mehrere Arten von Krebs zu aktivieren – durch Medikamente, die Immunzellen „einsatzbereit“ halten (PD-1-Hemmer) oder sie direkt an Krebszellen heranführen (so genannte „BiTEs“, bispezifische T-Cell Engager).

Außerdem kamen fünf Medikamenten gegen Infektionskrankheiten auf den Markt, darunter zwei neue Antibiotika gegen unterschiedliche multiresistente Keime.

Gleich sieben Medikamente sind im Sinne der personalisierten Medizin erst zu verordnen, wenn ein Gentest oder ein Zellabstrich-Untersuchung die Eignung beim jeweiligen Patienten angezeigt hat. Damit hat sich die Zahl der Arzneimittel der Personalisierten Medizin in Deutschland auf 45 Medikamente erhöht. Zwölf der 36 Medikamente mit neuen Wirkstoffen haben den so genannten Orphan-Drug-Status, weil sie für Menschen mit seltenen Erkrankungen entwickelt wurden.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte befinden sich derzeit rund 7000 Medikamente in der weltweiten Entwicklung. Die Kosten, ein Mittel bis zur Marktreife zu bringen, werden auf etwa 1,5 Milliarden Dollar beziffert.

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