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19.05.2014

11:55 Uhr

Pharmakonzern

Astra-Zeneca-Aktie stürzt nach Absage an Pfizer ab

Der amerikanische Pharmariese Pfizer war bereit, deutlich mehr für den britischen Rivalen Astra-Zeneca zu bezahlen als bisher angeboten. Doch der britische Rivale lehnt das Angebot ab. Die Aktie reagiert empfindlich.

Das Logo des US-Pharmaunternehmens Pfizer: Nach gescheiterten Versuchen hat Pfizer endlich ein Biotech-Unternehmen an der Angel. AFP

Das Logo des US-Pharmaunternehmens Pfizer: Nach gescheiterten Versuchen hat Pfizer endlich ein Biotech-Unternehmen an der Angel.

LondonDer britische Pharmakonzern Astra-Zeneca hat auch der erhöhten Übernahmeofferte des US-Rivalen Pfizer eine Absage erteilt. Das auf knapp 117 Milliarden Dollar aufgestockte Gebot bewertete das Unternehmen am Montag als zu niedrig.

Die Aktie reagierte empfindlich: Die Papiere von Astra-Zeneca stürzten an der Frankfurter Börse zeitweise um fast zwölf Prozent ab. Pfizer zuckte dagegen nur leicht und legte um knapp ein Prozent zu.

Ob sich Pfizer weiter um Astra-Zeneca bemühen wird, ist unklar. Der Viagra-Hersteller bot zuletzt pro Aktie 55 Pfund und damit zehn Prozent mehr als zuvor. Zudem erhöhte Pfizer den Bargeld-Anteil der Offerte, um das Angebot schmackhafter zu machen. Pfizer nannte das Angebot das allerletzte Wort und schloss eine feindliche Übernahme aus.

Auch die vorherige Offerte hatte Astra-Zeneca direkt als deutlich zu niedrig abgelehnt. Das neue Angebot werde dem Wert der Firma nach Ansicht von Astra-Zeneca ebenfalls nicht gerecht, berichtete die „Financial Times“ am Sonntag unter Berufung auf mit dem Denken von Astra-Zeneca vertraute Personen.

Dem Management fehlten zudem klare Zusagen bei anderen Themen wie Forschung und Entwicklung. Ein Zusammenschluss würde den Schweizer Novartis -Konzern vom Thron als weltgrößten Pharmaunternehmens stoßen.

Unmittelbar vor Bekanntgabe des Angebots hatten zwei Banker gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Summe von 55 Pfund je Aktie als „magische Zahl“ bezeichnet, die eine Übereinkunft ermöglichen sollte. Pfizer ist vor allem an den vielversprechenden Krebsmitteln von AstraZeneca interessiert und erhofft sich zudem erhebliche Kostensenkungen und Steuervorteile. Sollte der Deal zustande kommen, wäre es die größte Fusion in der Geschichte der Branche sowie die größte Übernahme eines britischen Unternehmens durch einen ausländischen Bieter.

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