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21.03.2011

23:53 Uhr

Pharmakonzern

Bayer in USA wegen Diskriminierung verklagt

Bayer hat im langjährigen Streit um Genreis-Verunreinigungen in den USA eine weitere juristische Niederlage erlitten. Doch damit nicht genug: Jetzt klagen auch noch sechs Frauen wegen Diskriminierung gegen den Konzern.

Bayer-Gelände in den USA: Der Konzern muss 136 Millionen Dollar Strafe zahlen. Quelle: dapd

Bayer-Gelände in den USA: Der Konzern muss 136 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ChicagoDie Welle teurer Diskriminierungsklagen in den USA trifft nun auch das Unternehmen Bayer.

Sechs Frauen bezichtigen die US-Tochtergesellschaft des deutschen Pharmakonzern in einer am Montag eingereichten Klageschrift, Männer bei der Bezahlung und Beförderung zu bevorzugen und überdies Schwangere und Mütter unter Druck zu setzen.

Die Frauen verlangen 100 Millionen Dollar (70 Mio Euro). „Bayer benachteiligt seine weiblichen Angestellten systematisch - besonders die mit familiären Verpflichtungen“, sagte Anwältin Katherine Kimpel. Sie will das Unternehmen nun mit einer der gefürchteten Sammelklagen unter Druck setzen. Dabei treten die Kläger stellvertretend für eine größere Gruppe auf, was die Schadenssumme in die Höhe treibt.

Der Konzern weist die Vorwürfe zurück und kündigte an, er werde sich zur Wehr zu setzen. Der Gegner ist allerdings mit allen Wassern gewaschen: Die Anwaltskanzlei Sanford Wittels & Heisler, die die Frauen vertritt, hatte dem Schweizer Pharmakonzern Novartis in einem ähnlichen Fall im Juli einen Vergleich über 175 Millionen Dollar abgetrotzt.

Als hätte der Konzern nicht schon genug Probleme. Im langjährigen Streit um verunreinigten Genreis hat der Konzern erneut verloren.

Ein Gericht im Bundesstaat Arkansas verurteilte den Leverkusener Konzern zu einer Zahlung von rund 136 Millionen Dollar an Riceland Foods, eine Kooperative von Landwirten. Bayer zeigte sich von dem Urteil enttäuscht und teilte mit, sich juristische Schritte offenzuhalten. Das Gesetz des Bundesstaates sehe niedrigere Grenzwerte vorsehen und begrenze die Strafzahlung daher auf eine Million Dollar. Riceland war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

In den USA war 2006 ein nicht zum Anbau zugelassener Genreis von Bayer CropScience in der Nahrungsmittelkette gefunden worden. Die Europäische Union und Japan sprachen daraufhin Einfuhrbeschränkungen für US-Langkornreis aus. Reisbauern versuchten in mehreren Verfahren, Bayer für die entstandenen Einnahmenausfälle haftbar zu machen. Bayer vertritt die Auffassung, verantwortlich mit seinem Genreis umgegangen zu sein.

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