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30.10.2014

10:05 Uhr

Pharmakonzern

Bayer profitiert von neuen Arzneien

Nach guten Umsatzzahlen hebt Bayer die Jahresprognose an. Dank neuer Medikamente und dem Pflanzenschutzgeschäft klettert auch der Gewinn deutlich. Was Bayer-Chef Dekkers im Geschäftsjahr jetzt erwartet.

Die Geschäfte von Bayer laufen gut. Der Konzern hebt seine Ziele an. APN

Die Geschäfte von Bayer laufen gut. Der Konzern hebt seine Ziele an.

FrankfurtNeue Medikamente und starke Pflanzenschutzgeschäfte wecken bei Bayer die Zuversicht. Der Pharma- und Chemiekonzern hob am Donnerstag seine Jahresprognose an. Für 2014 erwartet das Unternehmen jetzt einen Konzernumsatz von etwa 42 Milliarden Euro. Bisher hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers rund 41 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) will der Konzern nun im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern. Bisher peilte er einen prozentual niedrigen bis mittleren einstelligen Zuwachs an. Das Management bekräftigte zudem seine Pläne für einen Börsengang des Kunststoffgeschäfts.

Bayer profitiert unter anderem davon, dass die Währungsbelastungen beim Ergebnis 2014 noch 450 Millionen Euro ausmachen sollen statt der bislang erwarteten 550 Millionen Euro. Zudem brachte Bayer kürzlich den milliardenschweren Kauf der Gesundheitspräparate-Sparte von Merck & Co in trockene Tücher. Das Geschäft, zu dem etwa Coppertone-Sonnencreme und das Allergiemittel Claritin gehören, soll nun im vierten Quartal 300 bis 350 Millionen Euro Umsatz und einen bereinigten operativen Gewinn von etwa 70 Millionen Euro beisteuern.

Bei Anlegern konnte der Aspirin-Hersteller mit seinem Quartalsbericht punkten: Die Bayer-Aktie gewann rund drei Prozent und zählte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

Bayer steigerte im dritten Quartal seinen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um 1,4 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 1,96 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn kletterte um 12,7 Prozent auf 826 Millionen Euro. Bayer setzte von Juli bis September 10,19 Milliarden Euro um, ein Plus von 5,6 Prozent. „Kräftige Umsatzzuwächse haben wir mit unseren neueren Pharma-Produkten sowie im CropScience-Geschäft in Nord- und Lateinamerika erzielt“, erklärte Dekkers.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

In der Gesundheitssparte kurbelten vor allem die wichtigsten fünf neuen Arzneien das Geschäft an: Das Thrombosemittel Xarelto, das Augenmittel Eylea, die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo sowie das Lungenhochdruckmittel Adempas. Im dritten Quartal steuerten sie einen Umsatz von 750 Millionen Euro bei, das ist ein Zuwachs von 84 Prozent binnen Jahresfrist. Das Schlaganfallmittel Xarelto gilt dabei als das umsatzstärkste Präparat der Gruppe. Der Marktstart neuer Medikamente ist aber auch mit hohen Kosten verbunden. Daher lag der bereinigte operative Gewinn der Gesundheitssparte mit 1,40 Milliarden Euro nur leicht über dem Vorjahresniveau.

Im Agrarchemiegeschäft (CropScience) kletterte dagegen der bereinigte operative Gewinn um 24,1 Prozent auf 278 Millionen Euro. Besonders die Geschäfte mit Mitteln gegen Schadpilze und Unkraut sowie mit Baumwollsaatgut liefen gut. Im Kunststoff-Bereich ging das bereinigte operative Ergebnis allerdings um 3,5 Prozent auf 334 Millionen Euro zurück. Nach wie vor kämpft Bayer im Plastik-Geschäft mit starker Konkurrenz - entsprechend sanken die Preise.

Von

rtr

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