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01.07.2013

09:53 Uhr

Pharmakonzern

Bayer treibt Krebsmittel-Entwicklung voran

Das Bayer-Medikament Nexavar bekämpft verschiedene Krebsarten – deswegen sieht der Leverkusener Konzern Potenzial für einen großen Markt. Er beantragt die Zulassung für weitere Behandlungen.

Ein Bayer-HealthCare-Mitarbeiter beobachtet die Isolierung des Nexavar-Wirkstoffs Sorafenib in der Produktion in Wuppertal. dpa

Ein Bayer-HealthCare-Mitarbeiter beobachtet die Isolierung des Nexavar-Wirkstoffs Sorafenib in der Produktion in Wuppertal.

FrankfurtBayer will den Einsatz seines lukrativen Krebsmittels Nexavar verbreitern. Der Chemie- und Pharmakonzern stellte für das Präparat Zulassungsanträge in den USA und in Europa für die Verwendung als Medikament gegen fortgeschrittenem Schilddrüsen-Krebs, wie die Leverkusener am Montag mitteilten. Nexavar ist bereits zur Behandlung von Leberkrebs und Nierenkrebs in vielen Ländern auf dem Markt und brachte Bayer 2012 rund 792 Millionen Euro Umsatz ein. „Wir werden das Potenzial von Sorafenib auch in Zukunft bei verschiedenen Tumorarten intensiv erforschen”, erklärte der Entwicklungschef von Bayer HealthCare, Kemal Malik. Sorafenib ist der Wirkstoff von Nexavar.

Die Krebsmedizin ist einer der Medizin-Schwerpunkte von Bayer im Pharmageschäft. Schilddrüsenkrebs ist die sechsthäufigste Krebsart bei Frauen, die drei mal so häufig daran erkranken wie Männer. Jedes Jahr erkranken weltweit mehr als 200.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs, rund 35.000 sterben daran. Fortgeschrittener Schilddrüsenkrebs ist schwer behandelbar, die Überlebensraten sind gering. Nexavar hemmt über ein Enzym das Wachstum von Tumorzellen. Zugleich greift der Wirkstoff in die Gefäßneubildung ein und unterdrückt damit die Blutversorgung des Tumors.

Geschichte von Bayer

Von einer Farbenfabrik zum Chemie- und Pharmariesen

Der Bayer-Konzern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Sie beginnt in Wuppertal Barmen vor 150 Jahren. Es war die Geburtsstunde der deutschen Chemieindustrie.

1863

Friedrich Bayer und Johann Weskott gründen am 1. August die Farbenfabrik Fried. Bayer & Co.

1899

Das Schmerzmittel Aspirin wird zum Patent angemeldet. Noch heute gehört das Medikament zu den umsatzstärksten Bayer-Präparaten.

1925

Nach gut 60 Jahren verliert Bayer seine Selbstständigkeit; das Unternehmen geht in die IG Farben auf. Aus Bayer wurde die IG Betriebsgemeinschaft Niederrhein.

1933

In Leverkusen leuchtet erstmals das Bayer-Kreuz auf. Es hatte eine Durchmesser von 72 Metern und war mit 2200 Glühbirnen bestückt. Es ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt geblieben.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die Produktion der Chemieindustrie den Zielen der Kriegsführung untergeordnet. Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa wurden in vielen Betrieben eingesetzt, auch in Leverkusen.

1951

Bayer wird nach der Zerschlagung der IG Farben neu gegründet und Ulrich Haberland der erste Vorstandsvorsitzende.

1978

Bayer übernimmt das US-Unternehmen Miles, das nach dem Rückerwerb der Markenrechte in den USA 1995 in Bayer Corporation umbenannt wird.

2001

Bayer nimmt den Blutfettsenker Lipobay vom Markt, was den Konzern in eine tief Krise stürzt. Im gleichen Jahr erfolgt der Erwerb des Pflanzenschutzgeschäftes Aventis CropScience.

2005

Bayer löst das Chemie- und Teile des Kunststoffgeschäftes aus dem Konzern und bringt ihn als Lanxess AG an die Börse.

2006

Der Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering für rund 17 Milliarden Euro ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte.

2010

Marijn Dekkers wird Vorstandsvorsitzender. Der Niederländer mit amerikanischem Pass ist der erste externe Manager an der Spitze des Konzerns.

Nach einer früheren Einschätzung des Chefs der Pharmasparte, Andreas Fibig, könnte Nexavar im Therapiefeld Schilddrüsenkrebs einmal in der Spitze auf Jahreserlöse von rund 150 Millionen Euro kommen. Damit würde sich Nexavar - alle Therapiegebiete zusammengenommen - in Richtung eines Blockbusters bewegen. So werden Medikamente mit Milliarden-Umsätzen genannt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Winfried

01.07.2013, 10:28 Uhr

Eine Pharmafirma wird niemals ein HEILmittel gegen Krebs finden bzw. auf den Markt bringen.
Dann könnten sie ja auf lange Sicht nicht mehr so viel verdienen,
Es geht ums Geld - nicht um die Gesundheit der MITMENSCHEN !

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