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17.07.2013

15:15 Uhr

Pharmakonzern

Johnson & Johnson fährt dicken Quartalsgewinn ein

Verschreibungspflichtige Medikamente sind ein Segen für Johnson & Johnson. Der Pharmakonzern hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Gewinn beträgt mehrere Milliarden Dollar.

Die Produktpalette von J&J umfasst auch Penaten Creme. Bild: Johnson & Johnson GmbH obs

Die Produktpalette von J&J umfasst auch Penaten Creme.

Bild: Johnson & Johnson GmbH

New YorkDer Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) hat im zweiten Quartal dank verschreibungspflichtiger Mittel überraschend viel verdient. Der Gewinn summierte sich nach Angaben von Dienstag auf 3,8 Milliarden Dollar, nachdem es im Jahr zuvor nur 1,41 Milliarden waren.

Damals hatten hohe Abschreibungen, unter anderem nach Rechtstreitigkeiten und Übernahmen, das Ergebnis um 2,2 Milliarden Dollar gedrückt. Der J&J-Umsatz legte um 8,5 Prozent auf 17,88 Milliarden Dollar zu.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Der US-Konzern, dessen Produktpalette neben Medikamenten auch Neutrogena-Kosmetik oder Penaten-Creme umfasst, hob seine Prognose für das Gesamtjahr an. Es wird nun mit einem Gewinn je Aktie von 5,40 bis 5,47 (Vorjahr: 5,10) Dollar gerechnet. Bisher waren 5,35 bis 5,45 Dollar pro Anteilsschein angepeilt worden.

Von

rtr

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