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28.10.2014

11:33 Uhr

Pharmakonzern

Konkurrenten verderben Sanofi das Geschäft

Konkurrenten bringen mit günstigen Diabetes-Mitteln den französischen Pharmariesen Sanofi in Bedrängnis. Der Umsatz des Unternehmens stieg weniger als erwartet. Auch Spekulationen um einen Chefwechsel setzen der Firma zu.

Günstige Medikamente gegen Diabetes setzen das französische Unternehmen Sanofi unter Druck. dpa

Günstige Medikamente gegen Diabetes setzen das französische Unternehmen Sanofi unter Druck.

ParisInmitten von Spekulationen über einen Chefwechsel stottert der Wachstumsmotor des französischen Pharmariesen Sanofi. Gegenwind im wichtigen Diabetes-Geschäft führte im vergangenen Quartal zu einem Umsatzanstieg unter den Erwartungen, wie das Management am Dienstag mitteilte.

In den USA musste der Konzern demnach seine Diabetes-Mittel günstiger anbieten, weil Konkurrenten mit Niedrigpreisen mächtig Druck machen. Dieses Problem werde auch 2015 anhalten, warnte die Unternehmensspitze unter Leitung von Chris Viehbacher. Am Pariser Aktienmarkt stürzte die Sanofi-Aktie um sieben Prozent ab.

Pharmabranche an der Patentklippe

Wichtige Patente laufen aus

Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.

Cholesterinsenker und Blutverdünner

Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.

Generikahersteller profitieren

Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.

Probleme mit dem Nachschub

Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.

Viehbacher steht trotz der Erfolge des von ihm verantworteten Konzernumbaus unter Druck. Einem Medienbericht zufolge kämpft er um seinen Posten, nachdem ihm zu Ohren gekommen sei, dass der Verwaltungsratsvorsitzende nach einem Nachfolger für ihn suche.

Der Konzernchef wollte sich dazu nicht äußern. In einer Telefonkonferenz sagte er lediglich, er konzentriere sich auf seinen Job. Der Top-Manager verwies zugleich auf eine Erklärung des Verwaltungsrates, wonach die Nachfolgefrage nicht auf der Tagesordnung der Sitzung am Montag stand.

Viehbacher hatte Sanofi internationaler ausgerichtet. Um Patentausläufe bei Kassenschlagern wie den Blutverdünnern Plavix und Lovenox auszugleichen, konzentrierte sich das Unternehmen stärker auf – schwerer zu kopierende – Biotech-Präparate, verschreibungsfreie Mittel und die Tiermedizin.

Kommentare (1)

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Herr Timur Andre

28.10.2014, 14:48 Uhr

Wieso freue ich mich darueber, wieso meide ich Sanofiprodukte wo ich kann

Tip: habe Hautnah die Uebernahme von und durch die franz Regierung erlebt

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